Ärzte vertuschen ihre Arzneimittelsucht

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Berlin - Arzneimittelmissbrauch ist weit verbreitet und nicht nur ein Problem außerhalb der Apotheke und der Arztpraxis – auch die Heilberufler selbst sind betroffen. Nach Studienlage ist davon auszugehen, dass etwa 5 Prozent der Ärzte die Kriterien einer Suchterkrankung erfüllen, die Dunkelziffer dürfte höher sein. Doch wie und warum wird der Arzt zum Patient? Die Ärztekammer Berlin (ÄK) hat das Problem erkannt und bietet das Interventionsprogramm „Arzt SUCHT Hilfe“ für die Betroffenen an. Ein strukturierter Ablauf soll so den substanzabhängigen Medizinern den Ausstieg ermöglichen.

Lange Arbeitszeiten, Zeitdruck, hohe Verantwortung: Gründe für den Arzneimittelmissbrauch bei Ärzten können vielfältig sein. Es liegt nahe, dass die Kenntnis und der relativ uneingeschränkte Zugriff auf Medikamente das Potenzial haben, eine Suchterkrankung zu begünstigen. Infrage kommen neben Alkohol auch Medikamente mit Suchtpotenzial und illegale Drogen wie Kokain, Cannabis und Amphetamine. „Ärzte konsumieren häufiger Medikamente und weniger illegale Drogen. Sie neigen eher zur Selbstmedikation mittels Suchtstoffen“, heißt es in der Mitgliederzeitschrift „Berliner Ärzte“.

Auch Kammern anderer Bundesländer bieten suchtkranken Ärzten Hilfe an – „Hilfe statt Strafe“ lautet das Prinzip. „Die Landesärztekammern sehen es als ihre Aufgabe an, erkrankten Kammermitgliedern konkrete Hilfe anzubieten, ihre Sucht zu bewältigen und eine fachgerechte medizinische Versorgung sicherzustellen“, so die Bundesärztekammer. Um betroffenen Ärzten im Berliner Raum zu helfen, wurde ein Interventionsprogramm ins Leben gerufen, als Initiator zählt hier die Berliner Ärztekammer.

„Auf Grund der besonderen Stellung und Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte sind problematischer Substanzkonsum und Suchtmittelabhängigkeit mit einer ärztlichen Tätigkeit grundsätzlich nicht vereinbar“, so die ÄK Berlin. Es falle besonders auf, dass bei Ärzten später als sonst Präventionsmaßnahmen ergriffen werden würden. Die Suchtproblematik unter den Medizinern sei „kein hoffnungsloser Fall“, so die Berliner Ärzte. Allerdings würden Betroffene in der Regel den Kontakt zum Suchthilfesystem scheuen. Drohender Approbationsverlust und damit verbunden der Verlust der beruflichen Existenz führten dazu, dass sie ihre Sucht stärker verheimlichen.

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