FDP fragt nach Missbrauch von Arzneimitteln

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Berlin - In einer Kleinen Anfrage an der Bundesgesundheitsministerium befasst sich die FDP-Fraktion mit dem Thema Arzneimittelmissbrauch und Abhängigkeit. Die Gefahren beträfen sowohl verschreibungspflichtige wie OTC-Arzneien, schreibt die FDP und will wissen wieviele Personen an Medikamentensucht leiden und welche wirtschaftlichen Schäden dies verursacht.

Eine falsche Dosierung oder eine zu lange Anwendung von Medikamenten berge Gefahren wie Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Abhängigkeiten. Diese Gefahren beträfen sowohl rezeptfreie wie auch rezeptpflichtige Medikamente. Besonders dramatische Folgen zeigten sich in den USA, wo eine laxe Verschreibungspraxis von Opioiden zu einer „regelrechten Epidemie“ geführt habe. Allein zwischen 2000 und 2015 sollen rund eine halbe Million Menschen in den USA an den Folgen einer Opioid-Sucht gestorben sein, so die FDP-Fraktion.

Laut FDP werden in Deutschland jedes Jahr rund drei Milliarden Einzeldosen an Schmerzmitteln als Over-The-Counter-Präparat (OTC) verkauft, hinzu kommen die ausgegebenen verschreibungspflichtigen Schmerzmittel. Fast die Hälfte der Menschen zwischen 18 und 64 nehme laut Drogen- und Suchtbericht mindestens einmal im Monat Schmerzmittel, knapp 20 Prozent der Bevölkerung sogar wöchentlich. Neben Schmerzmitteln hätten auch Schlaf- und Beruhigungsmittel, Aufputschmittel, Psychopharmaka und Neuroleptika ein hohes Suchtpotential.

Bemerkenswert findet die FDP, dass im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zwar aktuelle Projekte zu Arzneimitteln vorgestellt würden, allerdings im Kapitel zu vom Bund geförderten Projekten die Kategorie Medikamente nicht einmal existiere im Gegensatz zu etwa Alkohol oder Tabak. Aus Sicht der FDP ist damit „keine Strategie in der Prävention und in der Bekämpfung von Medikamentenmissbrauch der Bundesregierung erkennbar, schlimmer noch – die Bundesregierung ist in diesem Bereich praktisch untätig“.

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