Arzneimittelmissbrauch: Codein auf Platz 1

, Uhr

Berlin - Medikamentenmissbrauch ist ein globales Problem und steigt weltweit. Allein in Deutschland wenden schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen Arzneimittel missbräuchlich an, darunter häufig Nasensprays und Schmerzmittel. Bei den Kollegen in Finnland sieht es nicht anders aus: Den ersten Platz belegen Hustenstiller und auch Heißgetränke gegen grippale Infekte sind sehr beliebt. Das geht aus einer Untersuchung des Finnischen Apothekerverbands (AFP) hervor, wie die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt von Finnland berichtet.

Um herauszufinden, welche OTC-Arzneimittel von den Kunden missbraucht werden, haben die Interessensvertreter mehr als 700 Apotheker aus allen Regionen Finnlands befragt. Sie sollten angeben, welche Medikamente mit welcher Häufigkeit von den Patienten missbräuchlich eingenommen werden. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass Kunden wöchentlich rezeptfreie Medikamente für die falschen Zwecke kaufen. Jeder Vierte missbraucht der Umfrage zufolge mindestens einmal am Tag ein Medikament. Insgesamt werden neun rezeptfreie Arzneimittel am häufigsten missbraucht, so das Ergebnis.

Die Beratungsresistenz einiger Patienten scheint nicht nur hierzulande eine Herausforderung zu sein: „Einige Apotheker sagen, dass sie das Gefühl haben, dass der Missbrauch bestimmter Produkte durch die Kunden fortgesetzt wird, ganz gleich, was sie sagen. Die Kunden hören nicht auf, über die Wirksamkeit der Medikamente nachzudenken“, sagt Elina Aaltonen, Sprecherin des Apothekerverbands.

Die Studie stellt fest, dass einige Kunden insbesondere Präparate missbrauchen, die für den kurzfristigen Gebrauch entwickelt worden sind, indem sie sie langfristig oder kontinuierlich verwenden, während andere sie als Rauschmittel verwenden. Auch wenn Patienten wissen, dass OTC-Arzneimittel auch Nebenwirkung haben, sind sie trotzdem nicht vorsichtiger bei der Dosierung als bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln, so der AFP.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

250 Mitarbeiter:innen betroffen
P&G macht Darmstadt dicht »
Wagner übernimmt von Ockers
Stada wechselt Deutschlandchef »
Weiteres