Arzneimittelmissbrauch

Führerschein weg wegen Hustensaft Alexander Müller, 12.10.2017 08:05 Uhr

Berlin - Wer unter Alkoholeinfluss Auto fährt, muss unter Umständen seinen Führerschein abgeben. Das kann aber auch passieren, wenn man statt drei Bier Hustensaft zu sich genommen hat. Ein junger Mann klagte vergeblich gegen den Entzug seiner Fahrerlaubnis – die Geschichte von seiner Bronchitis war den Richtern schlicht zu unglaubwürdig.

Der 20-Jährige hatte erst seit zwei Monaten seinen Führerschein, als er an einem Januarmorgen um 1.30 Uhr von der Polizei angehalten wurde. Getrunken habe er nicht, andere Drogen zuletzt vor zwei Jahren konsumiert. Nach einem freiwilligen Test zur Bestimmung der Fahrtüchtigkeit erklärte er, dass er vor zwei Wochen Cannabis konsumiert habe. Und dann räumte er ein, noch in dieser Woche gekifft zu haben ein. Das toxikologische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin belegte eine THC Carbonsäure Spur von circa 1 ng/ml. Ein aktueller Cannabiskonsum zum Blutentnahmezeitpunkt wurde ausgeschlossen.

Im März 2017 geriet der junge Fahrer erneut in eine Verkehrskontrolle, wobei sich laut Polizei „deutliche Anzeichen für den Konsum von Betäubungsmitteln“ zeigten. Einen Drogenschnelltest verweigerte der Fahrer, die Blutentnahme wurde sodann richterlich verfügt. Die Rechtsmedizin wies einen Codeinwert von 0,005 mg/l und Spuren von Morphin (0,6 ng/ml) nach. Im Juli teilte die Polizeiinspektion mit, dass eine „nicht nur vorübergehende körperliche oder geistige Beeinträchtigung hinsichtlich der Befähigung […] zum Führen von Kraftfahrzeugen“ angenommen werden könne.

Da Codein in hustenstillenden Mitteln vorkommt und Teile davon in Morphin verstoffwechselt werden, ließ sich die Morphinkonzentration laut Gutachten darauf zurückführen. Eine nennenswerte Beeinflussung durch die Opiate zum Blutentnahmezeitpunkt sei nicht anzunehmen, hieß

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