Medizinalhanf

Fahrverbot: „High“ auf Rezept im Straßenverkehr APOTHEKE ADHOC, 04.02.2019 17:26 Uhr

Berlin - Wer unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt wird, sollte ein Rezept vom Arzt vorweisen können. Denn bei verordneter Therapie und bestimmungsgemäßem Gebrauch muss der Fahrer nicht mit einer Strafe rechnen. Das Oberlandesgericht Bamberg (OLG) verwies jetzt einen Fall wegen lückenhafter Beweislage zurück ans zuständige Amtsgericht.

Der Mann hatte im Dezember 2017 Cannabis konsumiert und war danach ins Auto gestiegen. Bei einer Verkehrskontrolle fiel auf, dass der Grenzwert von THC mit einer festgestellten Konzentration von 11 ng/ml um mehr als das 10-Fache überschritten war. Den Beamten war der Fahrer „einschlägig bekannt“ – und die Argumentation, dass er „nur“ medizinisch verordnetes Cannabis konsumiert hatte, erschien ihnen daher wenig glaubhaft. Für seine Fahrtauglichkeit sei es auch unwesentlich, ob der Betroffene sich das Marihuana auf dem Schwarzmarkt besorgt oder medizinisch verordnetes Marihuana konsumiert habe.

Das stimmt allerdings nicht ganz: Denn im Straßenverkehrsgesetz (StVG) gibt es eine sogenannte Medikamentenklausel. Demnach ist es keine Ordnungswidrigkeit, wenn eine berauschende Substanz „aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt“.

Der Fahrer fühlte sich im Recht, da er Cannabis wegen körperlicher Beschwerden durch eine Beinprothese am rechten Bein konsumiere. Das Amtsgericht folgte jedoch den Ausführungen des Sachverständigen, wonach es keinen Unterschied zwischen ärztlich verordnetem und illegal erworbenem Marihuana gibt. Es handele sich schließlich um den gleichen Wirkstoff. Schon wegen der enormen Überschreitung des Grenzwertes sei es „vollkommen unbedeutend“ woher das Cannabis stamme, das er konsumiert habe, urteilte das Amtsgericht.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Wechseljahresbeschwerden

Lenzetto: Hormonersatztherapie zum Sprühen»

Europaweit

Douglas will 70 Filialen schließen»

AU-Schein.de

Whatsapp-Krankenschein jetzt ohne Whatsapp»
Politik

Geleakte Dokumente

BMWi: Spahn hat das Rx-Versandverbot verkauft»

Interne Mails und Vermerke

Importquote: Wie Altmaier sich für Kohlpharma einsetzte»

Halbe Milliarde mehr für Ärzte

Videosprechstunde: 500 Euro pro Praxis und Quartal»
Internationales

Berufsanerkennung

Die meisten Apotheker kommen aus Syrien»

Schweiz

Apotheker statt Arzt – senkt Kassenbeitrag»

Österreich

Lieferengpässe: Defekt-Alarm für Ärzte»
Pharmazie

Rückruf

Glassplitter in Harntee TAD»

AMK-Meldung

Schwarzer Streifen bei Prograf»

Gürtelrose-Impfstoff

Herpes durch Shingrix-Impfung?»
Panorama

„Jesus ist der Arzt und Apotheker deines Vertrauens“

Pharmazie- und Theologiestudium: Der Apotheker-Priester»

Nachtdienstgedanken

Unerwarteter Besuch im Notdienst»

Fernstudium in den USA

 Medikationsmanagement: Apothekerin mit neuem Blickwinkel»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Münzterror: Apothekerin schafft Bargeld ab»

Mangel an Zukunftsvisionen

„Wir haben uns zu viel Bürokratie gegönnt“»

Bagger vor der Apothekentür

Großbaustelle: Wo geht‘s zur Filiale?»
PTA Live

Wundheilung

Fünf Tipps zur Narbenpflege»

Kirsten Khaschei analysiert Patientengespräche

Beratungspsychologie – zwischen den Zeilen»

Revoice of Pharmacy

Mit Gitarre in der Offizin»
Erkältungs-Tipps

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»

Urlaubszeit

Erkältung im Flugzeug»

Erkältungen in der warmen Jahreszeit

Mythos Sommergrippe»
Magen-Darm & Co.

Motilitätsstörungen

Magenverstimmung: Kurze Dauer, vielfältige Ursachen»

Magen-Darm-Erkrankungen

Rotaviren: Gefahr für Kleinkinder»

Spezielle Nahrungsmittel

Kefir – kaukasischer Zaubertrank»
Kinderwunsch & Stillzeit

Der weibliche Zyklus

Von Hormonen, Eisprung und Menstruation»

Schwangerschaft

Das dritte Trimester: Positionswechsel und Gewichtszunahme»

Schwangerschaft

Das zweite Trimester: Von der Lanugobehaarung bis zum Surfactant»