Drogenmissbrauch

Führerschein weg wegen „Metamizol“ APOTHEKE ADHOC, 11.02.2017 08:33 Uhr

Berlin - Mein Tacho geht falsch. Da muss mir jemand etwas ins Glas getan haben. Gerät man zu schnell oder betrunken in eine Verkehrskontrolle, kann man sich Ausreden sparen. Es gibt wohl nichts, was Polizisten nicht schon gehört haben. Im Saarland fiel im vergangenen Jahr ein stark lädierter Straßenverkehrsteilnehmer auf. Sollte wirklich, wie er behauptete, Metamizol am hohen Amphetamin-Spiegel schuld gewesen sein?

Am 24. März 2016 um 19.05 Uhr geriet im Saarland ein Fahrer in eine Polizeikontrolle. Die Beamten stellten „verschiedene Aus- und Auffallerscheinungen“ fest, die auf den Konsum von psychoaktiven Substanzen hindeuteten. Auf Nachfrage erklärte der Fahrer, er habe weder Alkohol noch Drogen konsumiert, müsse aber das Schmerzmittel Novalgin einnehmen. Ein freiwillig durchgeführter Drogenvortest ergab ein positives Ergebnis auf Amphetamin.

Die eine Stunde später entnommene Blutprobe wurde vom Institut für Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes über Festphase extrahiert und gaschromatographisch-massenspektrometrisch auf Drogen untersucht. Laut Gutachten wurden weder Alkohol noch Metamizol nachgewiesen, dafür aber eine sehr hohe Amphetamin-Konzentration von 0,19 mg/l.

Bei der Anhörung zum geplanten Führerscheinentzug machte der Mann geltend, er habe kein Amphetamin, sondern nur das ihm verordnete Medikament gegen Schmerzen eingenommen. Der Wirkstoff Metamizol hinterlasse im Körper Rückstände, die als Amphetamin nachweisbar seien.

APOTHEKE ADHOC Debatte