Agranulozytose

Todesfall unter Metamizol APOTHEKE ADHOC, 16.11.2017 12:08 Uhr

Berlin - Die sehr seltene Nebenwirkung Agranulozytose erleidet weniger als ein Patient von 10.000 während der Behandlung mit Metamizol. Zu spät erkannt und unbehandelt kann die unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) zum Tod führen. Anlässlich eines kürzlich gemeldeten Todesfalls erinnert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) an die Gefahr.

Eine Agranulozytose kann lebensgefährlich sein und zu jeder Zeit der Therapie mit Metamizol auftreten – auch wenn das Arzneimittel zu einem früheren Zeitpunkt ohne Komplikationen vertragen wurde. Das Risiko steigt, wenn der Wirkstoff über einen Zeitraum von mehr als einer Woche eingenommen wird. Typische Anzeichen können Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie entzündliche Schleimhautveränderungen sein. Wird zeitgleich mit einem Antibiotikum behandelt, können die Symptome geringer ausfallen. Verschlechtert sich der Allgemeinzustand der Patienten plötzlich und unerwartet, kann dies ebenfalls ein Anzeichen für eine Agranulozytose sein.

Als Mechanismus für die Blutbildungsstörung und einem damit verbundenen Abfall oder Fehlen der Granulozyten wird eine immunvermittelte Lyse der neutrophilen Granulozyten in Betracht gezogen. Das Auftreten der UAW ist variabel und kann auch bei bestehender Sensibilisierung mehrere Monate nach Behandlungsbeginn auftreten.

„Anlässlich eines kürzlich der AkdÄ gemeldeten Todesfalles eines 33-jährigen jungen Mannes möchten wir erneut daran erinnern, dass Metamizol sehr selten eine Agranulozytose verursachen kann“, schreibt die AkdÄ. Eine falsche Interpretation oder Bagatellisierung der Symptome ist jedoch möglich – wie im Fall des jungen Mannes. Die Therapie konnte aufgrund der verspäteten Diagnosestellung nur verzögert erfolgen.

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