Agranulozytose: Erkältungssymptome mit Todesfolge

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Berlin - Die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einer Agranulozytose führen. Sie äußert sich zunächst in unspezifischen Erkältungssymptomen. Werden diese jedoch unterschätzt, kann sie im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Für eine rechtzeitige Diagnose ist die Sensibilisierung der Patienten notwendig.

Vor allem bei Metamizol und Clozapin ist die Agranulozytose als schwere Nebenwirkung bekannt, aber auch bei anderen Analgetika und Neuroleptika kann sie auftreten. Zusätzlich zur angeborenen Agranulozytose werden zwei Arten unterschieden, die durch Medikamente ausgelöst werden können. Die Typ-1-Agranulozytose beruht auf einer allergischen Reaktion gegenüber dem Wirkstoff. Sie tritt aufgrund der übersteigerten Immunreaktion daher sofort auf. Es werden zwar weiterhin Granulozyten gebildet, diese werden jedoch direkt zerstört. Die Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff bleibt bei einer Typ-1-Agranulozytose in der Regel ein Leben lang bestehen. Selbst bei Kontakt mit kleinsten Mengen der auslösenden Substanz kommt es erneut zu der schweren Nebenwirkung.

Bei der Typ-2-Agranulozytose kommt es hingegen zu einer direkten toxischen Schädigung des Knochenmarks, daher wird bereits die Produktion von Granulozyten verhindert. Beide Typen haben eine Granulozyten-Zerstörung zur Folge und führen damit zu einer verminderten Abwehr. Daraus können bakterielle und virale Infektionen resultieren. Aufgrund des supprimierten Immunsystems können die eingedrungenen Erreger nicht abgewehrt werden: Unbehandelt kann es zu einer Sepsis kommen, die im schlimmsten Fall tödlich endet.

Die Symptome sind zunächst unspezifisch: Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber mit Schüttelfrost oder auch Magen-Darm-Infektionen. Daher gehen die Betroffenen, wenn sie nicht ausreichend sensibilisiert sind, gar nicht oder erst zu spät zum Arzt. Folgeinfektionen im Mund- und Rachenraum oder den Atemwegen können die Folge sein.

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