Clozapin: Behörde erinnert an Nebenwirkung

, Uhr
Berlin -

Darmverschluss unter Clozapin: Die britische Arzneimittelbehörde MHRA erinnert an den potenziell lebensbedrohlichen Einfluss von Clozapin auf die Darmperistaltik. Patienten haben unter der Einnahme ein erhöhtes Risiko für Darmverschluss, Koprostase und paralytischen Ileus.

Clozapin ist zur Behandlung der therapieresistenten Schizophrenie indiziert. Außerdem können schizophrene Patienten mit dem Antipsychotikum behandelt werden, für die eine Therapie mit anderen Arzneimitteln aufgrund schwerer neurologischer Nebenwirkungen oder Therapieresistenz nicht in Frage kommt.

Die antipsychotisch wirkende Substanz unterscheidet sich zu den herkömmlichen Neuroleptika. Dem Wirkstoff werden anti-alpha-adrenerge, anticholinerge, antihistaminerge und antiserotoninerge Eigenschaften zugesprochen. Die antipsychotische Wirksamkeit kommt durch Hemmung des Dopamin-D4-Rezeptors zustande. Klinisch kommt es unter Clozapin zu einer schnellen und ausgeprägten Sedierung. Die antipsychotischen Effekte treten auch bei Patienten auf, die gegen andere Arzneimittel eine Therapieresistenz vorweisen.

Die anticholinerge Wirkung von Clozapin ist für zahlreiche unerwünschte Arzneimittelwirkungen verantwortlich. Möglich sind Mundtrockenheit, Verstopfung bis hin zum Darmverschluss. Die natürliche Darmbewegung kann in unterschiedlicher Ausprägung beeinflusst werden. Verstopfung ist als sehr häufige Nebenwirkung mit einer Häufigkeit von ≥ 1 von 10 Patienten gelistet. Darmverschluss, Koprostase und paralytischer Ileus treten zwar mit < 1 von 10.000 Betroffenen nur sehr selten auf, haben jedoch wegen des Schweregrades eine klinische Relevanz.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres