Repetitorium Neuroleptika

Clozapin: Rauchstopp unter Aufsicht

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Berlin -

Alkohol und Zigaretten sind die wohl am häufigsten konsumierten Suchtmittel. Wer beispielsweise mit dem Rauchen aufhören will, sollte auf seine Dauermedikation achten. Denn der Plasmaspiegel von einigen Arzneimitteln wie Clozapin kann bei einem Rauchstopp ansteigen und Nebenwirkungen verursachen.

Fall: Eine junge Frau möchte Nikotinpflaster kaufen. Den guten Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören, habe sie bisher gut durchgehalten. Jetzt fühlt sie sich aber seit einigen Tagen doch unruhig, klagt über Schwindel und Schläfrigkeit. Sie vermutet einen Nikotinentzug und möchte die Beschwerden lindern.

Da die Frau an Schizophrenie erkrankt ist, besteht ihre Dauermedikation seit einem Jahr unter anderem aus dem Neuroleptikum Clozapin. Ihr aktueller Gesundheitszustand habe sich erst einige Wochen nach dem Rauchstopp eingestellt.

Analyse: Die Plasmakonzentration von einigen Arzneistoffen – wie zum Beispiel Clozapin – ist bei Rauchern geringer als bei Nichtrauchern. Rauchen beschleunigt den Abbau des Neuroleptikums. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Benzo(a)pyren aus dem Tabakteer induzieren Cytochrom-P450 und das Isoenzym CYP1A2. Clozapin wird fast ausschließlich über die Leber abgebaut – hauptsächlich über CYP1A2. Wahrscheinlich genügen bereits sieben bis zwölf Zigaretten pro Tag, um eine maximale Enzyminduktion zu erreichen.

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