„Außer Vertrieb“ für Titretta

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Berlin - Berlin Chemie hat sich zum 1. August von Titretta (Paracetamol/Codein) als Schmerztablette getrennt und das Arzneimittel als „Außer Vertrieb“ gekennzeichnet. Die Versorgung scheint jedoch durch Generika gesichert.

Seit 2003 hatte Berlin Chemie das Schmerzmittel zu 10 und 20 Tabletten im Portfolio. Indiziert war Titretta zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen aller Art. Dazu zählen beispielsweise Kopf-, Zahn-, Regel- und Nervenschmerzen sowie Schmerzen bei verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen oder nach Verletzungen und Operationen. Geeignet war das Arzneimittel ab einem Alter von zwölf Jahren. Betroffene durften im Abstand von sechs Stunden ein bis zwei Tabletten einnehmen.

Die Kombination Paracetamol/Codein ist weiterhin als Paracetamol comp Stada, Gelonida (Pfizer), Talvosilen forte (Bene) und Paracetamol AL comp erhältlich. Laut Arzneimittelverordnungsreport 2017 entfielen die meisten Verordnungen auf Titretta. Im Jahr 2016 wurden 1,1 Millionen Tagestherapiedosen (DDD) rezeptiert. Von den insgesamt etwa 3 Millionen DDD entfallen 810.000 auf das Produkt von Aliud, gefolgt von Talvosilen mit 570.000 DDD. Schlusslicht ist Gelonida mit nur 210.000 DDD. Stada rangiert mit 420.000 DDD auf Platz 4.

Bei der Abgabe ist die Packungsgrößenverordnung (PackungsV) zu beachten. Für Kombinationen mit Codein im Bereich Analgetika ist die Normgröße 1 mit zehn Stück festgelegt. Für die N2 gilt eine Stückzahl von 20. N3 ist nicht besetzt – außer bei einer Zulassung für die Behandlung von Tumorschmerzen, dann gilt 100 als Stückzahl. Paracetamol comp Stada ist jedoch zu 100 Stück im Handel und wird zum Teil in der Packungsgröße zu Lasten der Kasse verordnet.

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