Dekongestiva

Nasensprays: Zu hoch dosiert für Kids Maria Köpf, 19.01.2018 14:03 Uhr

Berlin - Otriven ab zwölf, Olynth ab sechs Jahren: Bei der Abgabe von abschwellenden Nasensprays müssen die Apotheker und PTA seit Kurzem auf die Marke achten. GlaxoSmithKline (GSK) hat die Altersgrenze erhöht, andere Hersteller bleiben bei den bisherigen Vorgaben. Hintergrund sind Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die bei vielen Produkten deutlich überschritten werden.

Bereits 1984 hatte die WHO Statistiken zur „Define Daily Dose“ (DDD) bei lokal anzuwendenden Dekongestiva veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen statistischen Wert, der angibt, welche Tagesdosierung die Hersteller für bestimmte Wirkstoffe in den verschiedenen Ländern empfehlen. Erwachsene sollen demnach in der Regel maximal 0,8 mg Xylometazolin pro Tag anwenden. Für Naphazolin und Oxymetazolin gibt die WHO jeweils 0,4 mg als durchschnittlichen Grenzwert an.

Bei dreimal täglicher Anwendung in beiden Nasenlöchern liegen die in Deutschland verwendeten Dosierungen für Erwachsene bei allen drei Wirkstoffen unter dem WHO-Durchschnitt. Anders sieht es bei Kindern beziehungsweise Jugendlichen aus. GSK hat nachgerechnet; als Grundlage diente die sogenannte Clark‘s Rule: Demnach ergibt sich die Dosierung für Kinder aus Körpergewicht in kg, multipliziert mit der Erwachsenendosis, geteilt durch 70.

Daraus leitet der Hersteller ab: Kindern mit 10 bis 20 kg Körpergewicht (2 bis 6 Jahre) werden 14 bis 29 Prozent der Tagesdosis für Erwachsene empfohlen. Das entspricht 0,11 bis 0,23 mg. Kindern mit 20 bis 40 kg Körpergewicht (6 bis 12 Jahre) werden entsprechend bis zu 57 Prozent der Tagesdosis für Erwachsene empfohlen, also bis zu 0,46 mg.

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