Videosprechstunde: Hausarzt macht Kry und Teleclinic Konkurrenz

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Berlin - Die einen halten Telemedizin in Zeiten der Corona-Epidemie für die sichere Alternative zum Besuch in einer Arztpraxis. Kassenärztechef Dr. Andreas Gassen hingegen sieht in solchen Angeboten vor allem Marketinggründe und keinen Vorteil gegenüber einem einfachen Telefonkontakt. Das sieht sein Kollege Dr. Markus Schlarmann, Hausarzt in Löhne, anders: Der TI-affine Arzt hat seine eigene Videosprechstunde entwickelt und ist kürzlich damit online gegangen. Er hält seine Technik für besser und einfacher bedienbar als die der Konkurrenz.

Die Ärzte hätten in ihren Praxen schon genügend Ärger mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens, weiß Schlarmann aus eigener Erfahrung. Er hat als Telearzt auch schon für Wettbewerber gearbeitet und seine Erfahrung mit Videosprechstunden gemacht. Daher hat er sich vor einem Jahr an die Entwicklung eines eigenen Angebots gemacht, dass nun online unter „sprechstunde.live“ gegangen ist . „Das muss einfach und simpel gehen“, sagt Schlarmann, sonst nehme kein Arzt solche Angebote an.

Schlarmann ist nicht nur Hausarzt, sondern auch Computerfan. Seine Doktorarbeit schrieb er 1997 in Frankfurt bereits zum Thema Medizininformatik. Jetzt hat er eine Software zur Durchführung von Videosprechstunden. Das Prinzip ist einfach: Der Patient wählt sich über seinen Computer, sein Tablet oder sein Mobiltelefon bei Sprechstunde.live ein. Dort kann er einen für ihn günstigen Zeitpunkt für einen Arzttermin buchen. Ein kurzer Fragebogen zur Krankheitsgeschichte muss zuvor beantwortet werden. Dann folgt die Video-Konferenz, der Arzt sieht den Patienten und der Patient den Arzt. Seit dem Fall des Fernbehandlungsverbotes im Herbst hat Schlarmann 50 Videosprechstunden abehalten: „Meistens kommen die Patienten mit Erkältungen“, so seine Erfahrung.

E-Rezepte und Krankschreibungen stellt Schlarmann ebenfalls aus: Allerdings gibt es bislang nur Privatrezepte, diese allerdings mit einer elektronischen Signatur. Das Rezept wird dem Patienten als Download bereitgestellt. „Apotheken, die Probleme damit haben, können sich bei mir rückversichern“, so Schlarmann. Für Krankschreibungen verwendet er ein Image des bekannten gelben Scheins, der ebenfalls als Download beim Patienten ankommt. Hierbei habe es mit der Akzeptanz durch Arbeitgeber keine Probleme gegeben.

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