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Apomondo: Apotheker entwickeln kostenloses Telepharmazie-Portal Tobias Lau, 16.04.2020 14:00 Uhr

Berlin - „Digitalisiert euch endlich – und macht es am besten selbst“, schallt es den Apothekern seit Jahren aus der Politik entgegen. Vielerorts herrscht jedoch noch Misstrauen, entweder sehen sich die Betriebe schon als digitalisiert genug oder sie haben Vorbehalte gegenüber branchenfremden Drittanbietern, die an ihnen verdienen wollen. Ein Team aus bayerischen Apothekern will dem nun etwas entgegensetzen: Mit Apomondo wollen sie die Telepharmazie in den Offizinen etablieren – für teilnehmende Apotheken kostenlos und bereits mit einem Blick auf pharmazeutische Dienstleistungen, die künftig von den Kassen honoriert werden sollen.

Mitten in der Krise gehen wenige Anbieter mit neuen Produkten in den Markt – zu groß ist die Unsicherheit, ob sie im Moment durchstoßen können. Bei Apomondo ist das anders. „Wir haben Anfang April entschieden, schon während der Krise in den Markt zu gehen, weil der Bedarf der Apotheken gerade besonders groß ist“, sagt Margit Schlenk, Inhaberin der Moritz-Apotheke in Nürnberg. Mit drei weiteren Apothekern und einem Projektmamanager hat sie das Projekt Apomondo aus der Taufe gehoben. Ihre Mitstreiter sind Wolfgang Kuhn von der Sonnenapotheke Peissenberg, Dr. Elvan Erdal von der Rosen Apotheke Garbsen, Stefan Frank von der Ronneburg Apotheke Langenselbold und Dr. Uwe Gebauer von der GB Projektkontor.

„Wir sind eine Gruppe befreundeter Apotheker aus ganz Deutschland, die sich regelmäßig trifft“, erklärt Schlenk. Anfang Januar sei bei einem Brainstorming die Idee aufgekommen, den kommerziellen Telemedizin-Anbietern etwas aus der Apothekenbranche entgegenzusetzen. „Und dann ging alles ganz schnell“, sagt sie. Die Begriffe „Apomondo“ und „Tele-PTA“ haben sie sich direkt schützen lassen und mit Gebauer, einem Schulfreund Schlenks, direkt einen Fachmann für Projektentwicklung an Bord geholt. Die Apomondo GmbH befindet sich gerade in Gründung.

„Uns hat es gereicht, dass in der Krise die Apotheken vergessen werden. Wir wollten zeigen, dass wir proaktiv und innovativ sind, dass wir handeln und uns nicht behandeln lassen. Dabei war uns sehr wichtig, dass das von Apothekern für Apotheker ist, rein aus dem Berufsstand heraus und ohne Interessen Dritter“, erklärt Schlenk ihren Antrieb. „Unsere Motivation war aber auch, der Bevölkerung in der Krise zu zeigen, dass sie sich auf die Apotheken verlassen kann. Wenn sie zuhause bleiben, kommen wir zu ihnen, und zwar nicht mehr nur mit dem Botendienst, sondern nun auch mit der Beratung.“

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