Tele-PTA und Apotheker für angewandte Telepharmazie

Apomondo: Ausbildung zum Tele-Apotheker APOTHEKE ADHOC, 18.08.2020 14:26 Uhr

Die Apomondo Telepharmzie (in praktischer Anwendung)

Berlin - Telepharmazie ist einfach nur Beratung über den Bildschirm? Von wegen: So wie Ärzte in der Telemedizin müssen auch Apotheker genau wissen, was sie tun, wenn sie ihren Patienten einen Mehrwert bieten wollen. Die IHK Nürnberg bietet deshalb ab Oktober eine förderfähige Weiterbildung, in der Pharmazeuten und PTA lernen, die apothekereigene Telepharmazieplattform Apomondo zu nutzen. Vieles, was dort vermittelt wird, ist aber auch in der klassischen analogen Beratung von Nutzen.

Was man dem Patienten erklärt, sollte eigentlich nicht vom Übertragungsmedium abhängen. Entscheidend ist aber, wie man es tut – und dass man es überhaupt tut. „Wir haben nicht automatisch die digitale Kompetenz in den Apotheken, da gibt es noch viel Aufklärungsbedarf“, sagt Margit Schlenk, Inhaberin der Moritz-Apotheke in Nürnberg und eine der Gründerinnen von Apomondo. Webinare, die sie mit interessierten Apothekern abgehalten hat, hätten ihr gezeigt, dass es auch bei der technischen Handhabung oft noch erheblichen Nachholbedarf gebe. Und dann sei da noch die Frage der Einstellung: „Wir müssen erst Ängste und Vorbehalte abbauen“, sagt Schlenk.

„Es ist wichtig, dass die Kollegen ihren Frust abbauen. Fragen wie ‚Was soll ich denn noch alles tun?‘ oder der Hinweis, dass es für Telemedizin kein Honorar gibt, sind nicht zielführend“, erklärt sie. „Nur wenn ich den Kontakt zu den Kunden habe, kann ich auch Erlöse erzeugen. Und diesen Kundenkontakt kann ich mit der Telepharmazie insbesondere in Zeiten der Coronapandemie sehr gut aufbauen.“ Denn heutzutage ist es wichtiger denn je, seine eigenen Leistungen vom Kunden her zu denken – die Apotheke muss zum Patienten kommen, nicht umgekehrt. Bei Apomondo soll das denkbar bequem funktionieren: Der Botendienst beispielsweise liefert aus und hat das iPad gleich dabei. An der Tür übergibt der Fahrer das Arzneimittel und hält dem Patienten den Bildschirm hin, auf dem der Apotheker ihn direkt vor Ort berät. Auch Beratungstermine, die der Patient prinzipiell von überall aus wahrnehmen kann, können vereinbart werden.

Wie all das am besten funktioniert, sollen Apothekeninhaber und -mitarbeiter in der IHK-Weiterbildung lernen. Auf drei Tage Webinarveranstaltung und vier Tage Präsenzunterricht verteilt werden in 50 Unterrichtsstunden die technische Anwendung und die Besonderheiten der Beratung vermittelt. Das Seminar schlägt mit 1500 Euro zu Buche, je nach Bundesland können Teilnehmer aber bis zu 1000 Euro Förderung dafür erhalten. Für 100 Euro mehr können sie außerdem eine Zertifikatsprüfung ablegen – sie sind dann zertifizierte „Apotheker für angewandte Telepharmazie“ beziehungsweise „Tele-PTA“.

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