BPhD: Apotheken sollen Partydrogen testen

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Berlin -

Apotheken sollen Partydrogen auf ihre Reinheit prüfen und die Konsumenten zu deren sicherer Einnahme beraten. Das fordert der Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD). Auf seiner Mitgliederversammlung vom 22. bis 24. Mai hat der Studierendenverband sich neu aufgestellt und mehrere Positionspapiere beschlossen, in denen er neben dem Drug Checking in Apotheken eine bundesweite Einführung des „alternativen Staatsexamens“ und eine höhere Quote an Krankenhausapothekern fordert.

Drug Checking war immer umstritten: Mehrere Pilotprojekte, unter anderem in Berlin, brachten zwar messbar positive Ergebnisse, doch die Vorbehalte in Politik und Gesellschaft sind enorm. Befürworter heben dabei den Nutzen bei ausbleibender Gefahr hervor: Lässt ein Konsument seine Drogen von pharmazeutisch geschultem Fachpersonal untersuchen, verringert das die Gefahr, dass die konsumierten Substanzen beispielsweise mit gefährlichen Stoffen gestreckt sind. Außerdem können die Drogenchecker aus einer Vertrauensposition heraus auf den Konsumenten einwirken und zumindest einen vertretbareren Konsum anregen. Dass Drug Checking zu einem höheren Konsum führt, sei indes nicht belegt. Ob mit oder ohne Check – die Drogen würden ohnehin genommen, so das Argument.

Dem hat sich nun der Bundesverband der Pharmaziestudierenden angeschlossen. In Belgien, Portugal, Spanien, den Niederlanden, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern sei das Drug Checking bereits etabliert und habe dort gute Ergebnisse gezeigt: „In Ländern, die solche Angebote bereits etablieren konnten, treten fast keine Todesfälle mehr auf, die in Zusammenhang mit verunreinigten Drogen gebracht wurden“, so der BPhD. Das liege besonders daran, dass eine besondere Warnung ausgesprochen werden kann, nachdem festgestellt wird, dass sich eine gefährlich verunreinigte Substanz im Umlauf befindet.

Aber auch mit Blick auf die Konsumenten zeige sich der positive Einfluss. „Besonders Menschen mit einem gefährlichen Konsumverhalten konnten erreicht und für die Gefahren sensibilisiert werden“, berichtet das Positionspapier von der Auswertung eines Drug-Checking-Projekts in der Schweiz. „Die European Pill-Testing Study zeigte zudem, dass solche Einrichtungen die erste Anlaufstelle für Konsumentinnen und Konsumenten sind und damit ein wichtiges soziales Auffangnetz darstellen.“

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