Praxistest: Pharmaziestudium während Corona

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Berlin -

Die Corona-Krise hat zu massiven Einschränkungen im Schul- und Studienbetrieb geführt. Sowohl für Dozenten als auch Studierende waren die vergangenen Wochen und Monate eine Herausforderung. Mit welchen Veränderungen, Hürden – aber auch Möglichkeiten – sie an der Friedrich- Schiller-Universität in Jena einhergegangen sind, berichtet Universitätsprofessorin Dr. Dagmar Fischer. Außerdem gibt sie spannende Einblicke in den veränderten Alltag als Präsidentin der Deutschen Pharmaziegesellschaft und wagt einen Ausblick in die Lobby der angehenden Apotheker.

ADHOC: Wie hat sich Corona an der Universität Jena bemerkbar gemacht?
FISCHER: Wir sind ab dem 20. März in den Notbetrieb gegangen: alle ins Homeoffice und es gab keinerlei Präsenzunterricht. Der Semesterstart nach Ostern musste also zunächst einmal online beginnen. Erst seit dem 4. Mai ist der Präsenzlehrbetrieb – soweit notwendig – wieder aufgenommen worden.

ADHOC: Welche besondere Herausforderung bringt Online-Unterricht mit sich?
FISCHER: Die Kollegen handhaben das ganz unterschiedlich, je nach individueller Lehrsituation. Ich selbst mache Vorlesungen, indem ich Audio- und Videofiles versende. Diese können sich die Studierenden dann Zuhause anhören. Allerdings können wir so im Moment leider kein direktes Feedback geben – das versuchen wir über Zoom-Meetings in Kleingruppen oder auch per Email wieder auszugleichen. Für uns alle war es anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich selbst musste erstmal Online-Weiterbildungen machen und mich informieren, wie so etwas gut funktionieren kann. Es ist anfangs sehr zeitaufwendig, klappt aber gut. Auch wenn es den Studierenden viel Selbstdisziplin abverlangt.

ADHOC: Notwendige Praktika finden jetzt wieder statt. Wie haben sich diese verändert?
FISCHER: In meiner Abteilung, der pharmazeutischen Technologie, hat das Praktikum Arzneiformenlehre stattgefunden. Wir mussten einiges vorbereiten, um die vorgeschriebenen Hygiene- und Distanzmaßnahmen der Stadt und der Universität einhalten zu können. Dazu mussten wir die Praktika umstrukturieren und die umgesetzten Maßnahmen vor dem Betrieb von der Universität abnehmen lassen. Normalerweise finden zwölf Studierende Platz im Labor, nun dürfen es aufgrund der Abstandsregelungen jedoch nur noch drei sein. Das hat sich nur realisieren lassen, weil wir im Moment eine nicht besetzte Professur haben und die Räume dadurch zur Verfügung stehen – zehn Praktikumsräume sind normalerweise nicht einfach so verfügbar. Außerdem müssen wir den Studierenden Räumlichkeiten für die Mittagspause zur Verfügung stellen.

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