Schmidt: KfW könnte ein Auge zudrücken

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Berlin - Abda-Präsident Friedemann Schmidt hat Hoffnung, dass von der AvP-Pleite betroffene Apotheken auch dann Hilfskredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten könnten, wenn sie die Anforderungen für eine Kreditvergabe formal nicht erfüllen. Das gab er im Anschluss an das gestrige Krisentreffen im Bundesgesundheitsausschuss (BMG) bekannt. Hoffnung auf eine schnelle oder letztlich vollständige Ausschüttung der ausstehenden Summen macht er hingegen nicht.

Schmidt hatte die Abda am Mittwoch im Gesundheitsausschuss vertreten und sich neben Gesundheitspolitikern und Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), des Bundesfinanzministeriums (BMF) und der Bankenaufsicht BaFin auch mit Insolvenzverwalter Dr. Jan-Philipp Hoos und dem BaFin-Sonderbeauftragten Dr. Ralf Bauer über das weitere Vorgehen in der AvP-Krise beraten.

Die Ergebnisse sind gemischt: Hoos habe klargemacht, „dass es eine schnelle Lösung für die betroffenen Apothekerinnen und Apotheker aus seiner heutigen Sicht nicht geben wird“, so Schmidt. Nach seiner heutigen Kenntnis und Auffassung könnten „am Schluss nicht alle Forderungen befriedigt werden“. Er habe die konkrete Deckungslücke nicht beziffern können, „hat aber von einer wahrscheinlich dreistelligen Millionensumme gesprochen“, so Schmidt in einem Videostatement. „Außerdem wird es nach seiner Auffassung lange – Monate bis Jahre – dauern, bis es zu einer tatsächlichen Ausschüttung aus der Insolvenzmasse kommt. Das ist für uns erst mal eine schlechte Nachricht.“

Nach eigener Darstellung hat sich der Abda-Präsident gegenüber der Politik dafür starkgemacht, die Wirtschaftsinteressen der Banken nicht über die Existenznöte der betroffenen Apotheken zu stellen. „Ich habe nochmal ganz klar darauf aufmerksam gemacht – und das war mir auch wirklich wichtig – dass es doch aus meiner Sicht einen großen Unterschied macht, ob wir darüber reden, dass eine Großbank im Kreditportfolio eine Einzelwertberichtigung vornehmen muss oder ob wir darüber reden, dass eine Familie ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage verliert“, so Schmidt. „Das hat, glaube ich, bei dem einen oder anderen Abgeordneten nochmal klargemacht, wie groß das Problem ist, in welches ein vollhaftender Einzelkaufmann, eine vollhaftende Einzelkauffrau in so einer Situation gerät.“

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