Drei Wochen nach ihrer Ablösung als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt hat die sächsische CDU-Politikerin Christiane Schenderlein offen über ihre Enttäuschung gesprochen. Zugleich betonte die 44-Jährige in einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“ und „Sächsischen Zeitung“, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihre Entlassung nach eigener Aussage nicht mit Fehlern ihrerseits begründet habe.
„Ich war überrascht und selbstverständlich auch enttäuscht gewesen“, sagte Schenderlein. Das Amt habe ihr viel Freude gemacht, sie hätte die Arbeit gerne weitergeführt.
Merz habe sie auf dem Rückweg aus ihrem Urlaub angerufen und über seine Entscheidung informiert. Dabei habe der Kanzler deutlich gemacht, dass die Entlassung nichts mit ihr zu tun habe. Er sei mit ihrer Arbeit zufrieden gewesen, wünsche aber eine Neuausrichtung des Amtes „mit einer Person, die einen gewissen Bekanntheitsgrad hat“.
Nach der Entscheidung habe sie dennoch über mögliche eigene Fehler nachgedacht. „Natürlich fragt man sich, was schiefgelaufen ist, was ich möglicherweise falsch gemacht haben könnte.“ Von Merz und dessen Umfeld sei ihr jedoch gespiegelt worden, dass es nicht um Fehler ihrerseits gehe.
Ende Juli war bekannt geworden, dass Schenderlein ihren Posten als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt räumen muss. Sie wechselte als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium. Eine Nachfolge für sie ist bislang nicht offiziell bekanntgegeben worden.
Die Ablösung hatte vor allem in den ostdeutschen CDU-Landesverbänden für Unmut gesorgt. Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer hatte die Entscheidung kritisiert. Den Wechsel habe er „überhaupt nicht verstanden“.
Schenderlein selbst hielt sich mit Kritik an Merz zurück. Sie respektiere dessen Entscheidung und wolle keine weiteren Einordnungen vornehmen. Ihre eigene Bilanz als Sportministerin falle positiv aus.
In ihrer neuen Funktion will Schenderlein insbesondere die Perspektive Ostdeutschlands und ländlicher Regionen einbringen. „Wie wir in Ostdeutschland mit der demografischen Entwicklung umgehen, kann für ganz Deutschland beispielhaft werden.“
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