BMG statt Kanzleramt

Schenderlein: Vom Sport zu Gesundheit

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Berlin -

Gestern machte es Bundeskanzler Friedrich Merz offiziell: Der bisherige parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Tino Sorge, soll das BMG verlassen. Nachfolgerin für Sorge soll die bisherige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (alle CDU), werden. Seit 2021 sitzt die Sächsin im Bundestag.

Schenderlein ist in Weißenfels in Sachsen-Anhalt geboren und in Leipzig aufgewachsen. Bereits mit 16 Jahren trat sie in die Junge Union und die CDU Deutschlands ein. Nach dem Abitur in Leipzig im Jahr 2000 studierte Schenderlein Politikwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Geschichte an der Universität Leipzig und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Anschluss promovierte sie im Fach Politikwissenschaft ebenfalls an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Im Landesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Sachsen war Schenderlein bereits von 2015 bis 2025. 2019 wurde sie erstmals in den Sächsischen Landtag gewählt. Von 2019 bis 2025 war sie die Kreisvorsitzende der CDU Nordsachsen. Seit 2021 sitzt sie für den Wahlkreis Nordsachsen im Deutschen Bundestag. In der vergangenen Legislaturperiode war sie Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien. Außerdem war sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie im Ausschuss für Tourismus. Nach den vorgezogenen Neuwahlen im vergangenen Jahr zog Schenderlein als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt in das Kanzleramt ein. Von ihrem Posten wird sie nun abgezogen – und soll künftig im Gesundheitsministerium als Parlamentarische Staatssekretärin agieren.

Seit dem 10. Juli ist Schenderlein außerdem Mitglied im ZDF-Fernsehrat als Vertreterin des Landes Sachsen – also während der Zeit, in der Schenderlein auch im Ausschuss für Medien und Kultur im Bundestag saß.

Streit ums Sportfördergesetz

Schlagzeilen machte Schenderlein im Frühjahr wegen ihres Sportfördergesetzes. Kernstück des Entwurfs ist unter anderem die Einrichtung einer Spitzensport-Agentur – mit Sitz in Leipzig.

Kritik an dem Vorhaben kam vor allem seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der einen zu großen staatlichen Einfluss fürchtete. „Ein Sportfördergesetz, das auf eine deutlich ausgeweitete staatliche Steuerung setzt, gefährdet die Akzeptanz der intendierten Veränderungen, wird die erforderlichen Impulse insbesondere für die gewünschte Erfolgsentwicklung – insbesondere im Sommersport – nicht erzielen können und dabei auch die Glaubwürdigkeit einer möglichen Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele beeinträchtigen“, hieß es in der Stellungnahme.

Rückendeckung bekam der Verband prompt seitens der CSU. So erklärte CSU-Chef Markus Söder gegenüber der „Bild“ im Februar: „Der Bund diskutiert gerade ein Sportgesetz, das leider in die falsche Richtung weist. Bayern legt deshalb ein Veto ein.“ Es brauche eine größtmögliche Entscheidungsfreiheit der Sportverbände statt staatlicher Einmischung, betonte Söder. „Alles andere mag in einem autoritären Staat funktionieren, aber nicht in einer demokratisch-liberalen Gesellschaft.“

Nach langem Hin und Her ging der Gesetzentwurf aber doch am 25. März durch das Kabinett. Am 10. Juli – kurz vor der parlamentarischen Sommerpause – wurde das Sportfördergesetz vom Bundestag beschlossen.

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