Wie die Apobank an der AvP-Krise verdient

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Berlin - Das Rechenzentrum zahlt nicht, der Großhändler bucht ab und die Apotheke rutscht ins Minus: So erging es vielen von der AvP-Pleite betroffenen Apotheken im September. Die standeseigene Apobank verspricht zwar, mit individuellen Krediten schnell zu helfen, verdient aber selbst an der Krise. Auch wenn es im Einzelfall nicht um große Beträge geht, sind die ohnehin gebeutelten Apotheker reichlich bedient.

„Die Apobank ist nicht der Held in der AvP-Krise, sondern der große Gewinner“, schimpft ein Apotheker aus Süddeutschland. Schon als Student hatte er nach eigenen Angaben sein erstes Konto bei der Apobank, blieb dem Geldhaus auch als angestellter Apotheker treu. „Deshalb lag es für mich nahe, meine Apotheke über die Apobank zu finanzieren.“ Vor einigen Jahren hat er sich selbständig gemacht. „Ich habe mein Konto noch nie überzogen, keinen einzigen Tag“, so der Inhaber.

Das änderte sich mit der Insolvenz seines Rezeptabrechners AvP. Wie vielen Kollegen fehlt ihm ein sechsstelliger Betrag. Als sein Großhändler am 15. September abbuchte, rutschte sein Girokonto zum ersten Mal ins Minus. Natürlich setzte er sich sofort mit seiner Bank in Verbindung: „Ich war anfangs sehr beruhigt, als die Apobank nach außen kommuniziere, dass es schnelle und unbürokratische Hilfe für die betroffenen Apotheken geben wird. Die Freude hielt sich aber in Grenzen, als ich erfahren habe, wie diese ‚Hilfe‘ in meinem Fall aussieht: Die Kreditlinie wurde erhöht, dafür zahle ich über 8 Prozent Zinsen“, berichtet der Inhaber.

Er hätte zwar auch einen Kredit zu 3 Prozent ohne Vorfälligkeitsentschädigung oder einen über etwas mehr als 1 Prozent mit einer festen Laufzeit von zehn Jahren bekommen können. Doch dabei gebe es eine Liquiditätsprüfung – und es werde bestimmt nicht jedem geholfen, so der Apotheker.

Worüber er sich besonders ärgert: „In meiner Monatsrechnung musste ich dann feststellen, dass ich nicht nur Zinsen zahlen musste, sondern rückwirkend für das gesamte Quartal Buchungsposten.“ Denn nur ein positives Girokonto ist gebührenfrei. 75 Cent veranschlagt die Bank jetzt für jede Gut- oder Lastschrift zwischen dem 1. Juli und 30. September – in seinem Fall in der Summe ein mittlerer dreistelliger Betrag. Weil er auch die ersten Tage im Oktober – und damit im vierten Quartal – noch im Minus war, geht der Inhaber stark davon aus, dass er auch bis zum Jahresende Buchungskosten zahlen muss.

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