Apobank liefert sich Schlammschlacht mit Dienstleister

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Berlin - Nach dem IT-Desaster bei der Apobank erhebt der Vorstandsvorsitzende Ulrich Sommer schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen IT-Dienstleister seines Hauses. Der wiederum kontert mit Gegenvorwürfen. Beide schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe.

Das Debakel bei der Datenmigration sei ein „Tiefschlag“ gewesen, „den man seinen größten Feinden nicht wünscht“, erklärte Sommer am Mittwoch gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Das genossenschaftliche Geldhaus hat nach wie vor mit den Folgen IT-Umstellung zu kämpfen, immer noch gibt es Probleme bei Last- und Rücklastschriften. Nach jetzigem Stand soll die Nachbearbeitung noch bis zum 31. März dauern. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Behebung der letzten Fehler. Danach ist die Basis gelegt, um unsere Kunden optimal wettbewerbsfähig digital bedienen zu können“, wird Sommer zitiert. „Viele unserer Wettbewerber haben eine neue IT-Migration noch vor sich. Wir wünschen ihnen viel Glück dabei. Als Vorreiter kennen wir nun die Komplexität.“

Diese Komplexität ist – zumindest nach Sommers Darstellung – nicht nur technischen Details geschuldet, sondern auch der Zusammenarbeit mit den beiden IT-Dienstleistern Fiducia & Gad sowie Avaloq. Denn das Desaster hat seinen Ursprung demnach im Jahr 2015: Damals schrieb die Apobank den Auftrag für ein neues Kernbanksystem – an das 230 Subsysteme angeschlossen sind – aus. Offenbar überraschend für Branchenkenner ging der Zuschlag aber nicht an den langjährigen Dienstleister Fiducia, sondern an das Schweizer Unternehmen Avaloq. Einer der wesentlichen Gründe für die Entscheidung: Die Apobank steht als größte deutsche Genossenschaftsbank anders als andere Fiducia-Kunden seit 2014 unter der Europäischen Bankenaufsicht der EZB und muss deshalb anders bilanzieren als kleinere Geldhäuser. Fiducia wäre deshalb erst 2021 in der Lage gewesen, die Apobank-IT dafür anzupassen.

Avaloq konnte es ein Jahr schneller. Drei Jahre und einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kostete die Umstellung die Apobank – und dann ging alles katastrophal schief. In der FAZ schiebt Sommer nun den Schwarzen Peter weiter: Man habe die Beratungsfirma Deloitte damit beauftragt, eine forensische Fehleranalyse zu erstellen, und die sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Apobank nichts falsch gemacht habe. „Unser Vorgehen und die Auswahl unserer Partner war richtig“, so Sommer. „Es gibt keine singuläre Ursache für die Fehler, sondern die Komplexität der zeitgleichen Umstellung des Kernbanksystems mit 230 Subsystemen war ausschlaggebend. Erschwerend war die gleichzeitige Umstellung von Hard- und Software.“

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