Nach Mordserie: Apotheker-Pflicht für Krankenhäuser

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Berlin -

Dutzende Frauen und Männer soll Krankenpfleger Niels H. über Jahre getötet haben. Um Kriminelle in Kliniken künftig zu stoppen und die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen, sollen jetzt alle Krankenhäuser in Niedersachsen Apotheker beschäftigen müssen. Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) hat dazu jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt. Ungewöhnlicher Arzneimittelverbrauch soll damit früher auffallen.

Mit dem Gesetzesvorschlag zieht Niedersachsen Konsequenzen aus der Mordserie. Niels H. hatte an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst Patienten gefährliche Medikamente wie Gilurytmal gespritzt, um sie dann als Held zu reanimieren. Viele überlebten die Notmaßnahme nicht.

In einer ersten Reaktion hatte die Landesregierung bereits im vergangenen Jahr alle Krankenhäuser verpflichtet, Patientenfürsprecher einzustellen. Künftig sollen in allen Krankenhäusern sogenannte Stationsapotheker arbeiten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums beschäftigen aktuell nur 17 der insgesamt 178 Kliniken Apotheker, weil sie eine Klinikapotheke betreiben. Die meisten Kliniken werden von auswärtigen Apotheken versorgt. In jedem Krankenhaus sei sicherzustellen, dass die Klinikapotheke oder die klinikversorgende Apotheke im angemessenen Verhältnis zur Bettenzahl Stationsapotheker „als präsente Beratungspersonen“ auf den Stationen und in den Funktionsbereichen einsetzt, heißt es.

Der Stationsapotheker soll das Krankenhauspersonal bei Fragen der Arzneimitteltherapie unterstützen. Dabei geht es auch um genauere Kontrolle des Medikamentenverbrauchs. „Wir können das natürlich nicht mit Gewissheit sagen, aber es ist gut möglich, dass durch die geplanten Überprüfungsmaßnahmen zum Einsatz der Medikamente so eine Mordserie wesentlich früher erkannt worden wäre“, sagte ein Ministeriumssprecher. Auf die rund 40.000 Krankenhausbetten in Niedersachsen sollen laut Gesetzentwurf 134,5 Stationsapotheker kommen. Damit soll ein Stationsapotheker rund 300 Betten betreuen.

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