„Die Ärzte sehen uns als Ergänzung“

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Berlin - Durchschnittlich vier bis fünf Medikamente nehmen Patienten ein, wenn sie ins Krankenhaus eingewiesen werden. Zwei bis drei Medikamente werden dort zusätzlich verordnet – Antibiotika, Schlaf- oder Schmerzmittel etwa. Bei jedem dritten Patienten muss interveniert werden. Für die Ärzte und Pfleger ist es eine Herausforderung, den Überblick zu behalten. Immer häufiger werden deshalb Apotheker auf Station eingesetzt.

Pamela Kantelhardt arbeitet seit dem Jahr 2000 in Klinikapotheken, erst in Neuruppin, dann in Lübeck. Seit drei Jahren ist sie an der Universitätsklinik in Mainz in der Neurochirurgie eingesetzt. 77 Betten betreut sie und sieht am Tag im Schnitt 35 Patienten oder deren Akten. Apotheker auf Station hält sie für unverzichtbar: „Wenn man Arzneimitteltherapie bei Patienten betreiben will, braucht man Wissen über Medikamente, über Diagnosen und Indikationen sowie über den Patienten und dessen Befinden. Deshalb müssen Apotheker, Arzt und Pfleger zusammen arbeiten.“

Auf Station habe sie ein Büro, die meiste Zeit sei sie aber unterwegs. Mit der Klinikapotheke ist Kantelhardt telefonisch eng verbunden. „Der Stationsapotheker lebt eigentlich davon, dass er engen Kontakt hat zu Ärzten, Patienten und Pflegern.“ Kantelhardt geht so oft wie möglich auf die ärztliche Visite, danach folgt die sogenannte pharmazeutische Kurvenvisite: Sie prüft die Verordnungskurven und Änderungen, die der Arzt verzeichnet hat, macht Plausibilitätschecks.

Sie gibt Empfehlungen, welche Schmerz- oder Thrombosemittel verschrieben werden sollen und spricht im Rahmen festgelegter Standards Therapieempfehlungen aus. In Absprache mit dem Arzt fügt sie auch selbst Änderungen in den Verordnungskurven ein. Darauf basierend wird die Medikation bestellt. „Im Großen und Ganzen werden meine Vorschläge angenommen. Die Ärzte sind dankbar, dass sich jemand intensiv mit der Medikation auseinandersetzt“, so die Pharmazeutin.

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