Arzneimittelanamnese

Apotheker in der Notaufnahme Deniz Cicek-Görkem, 01.01.2018 17:49 Uhr

Berlin - Wenn Apotheker oder PTA die Arzneimittelanamnese von Patienten in Notaufnahmen durchführen, können Fehler in Medikamentenbestellungen um mehr als 80 Prozent reduziert werden. Das berichten US-Wissenschaftler des Cedars-Sinai Medical Centers in Los Angeles im Fachjournal „BMJ Quality and Safety“.

Die dreiarmig-randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte 306 Patienten des Cedars-Sinai-Krankenhauses, die zehn oder mehr verschreibungspflichtige Medikamente einnahmen und an einer Herzinsuffizienz oder anderen schweren Erkrankungen litten und in der Notaufnahme lagen. Apotheker ermittelten im ersten Arm die bislang verschriebenen und eingenommenen Medikamente, im zweiten Arm waren es PTA. Ärzte oder Pflegepersonal erfragten die Daten im dritten Arm.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Fehler sowohl in der aktuellen Medikation als auch in den späteren Medikamentenbestellungen um mehr als 80 Prozent sanken, wenn pharmazeutisches anstelle von medizinischem Personal die Arzneimittelhistorie dieser Patienten erfasste.

„Cedars-Sinai beauftragt nun Apothekenmitarbeiter mit der Arzneimittelanamnese für bestimmte Hochrisikopatienten, die nach der ersten Behandlung in der Notaufnahme ins Krankenhaus eingeliefert werden“, sagt Dr. Rita Shane, leitende Apothekerin bei Cedars-Sinai und Co-Investigatorin der Studie. Zu diesen Patienten gehörten ältere und multimorbide Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen müsst

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