Klinikapotheker als Co-Piloten der Ärzte

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Berlin - Ein gemeinsames Medikationsmanagement von Apothekern und Ärzten ist meist noch Zukunftsmusik. Nicht so in der Zentralklinik im thüringischen Bad Berka: Dort erstellen die Krankenhausapotheker Medikationspläne und optimieren die Arzneimitteltherapie in Kooperation mit den Ärzten.

Bereits 2005 gab es in der Klinikapotheke Überlegungen, wie die Medikation der Patienten verbessert werden könnte. „Wir haben dann sukzessive unser Medikationsmanagement aufgebaut“, erklärt Apothekenleiterin Dr. Grit Berger.

Das ist mittlerweile sehr umfassend: Schon vor dem Krankenhausaufenthalt wird neuen Patienten ein Bogen zugeschickt, in den sie alle Arzneimittel eintragen sollen, die sie aktuell nehmen. Die Liste senden die Patienten entweder vorab an die Apotheke zurück oder bringen sie zum Aufnahmegespräch mit.

In diesem Gespräch gehen Apotheker oder PTA mit dem Patienten gemeinsam die Auflistung durch. Dafür wurde ein Gesprächsleitfaden entwickelt. Alle Arzneimittel werden in einer elektronischen Datenbank erfasst. „Wenn dem Patienten ein Medikamentenname nicht einfällt, sind wir auch detektivisch tätig“, sagt Berger. Mit Erlaubnis des Patienten rufen die Mitarbeiter bei seinem Hausarzt an und fragen nach.

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