Unit-Dose vermeidet Medikationsfehler

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Berlin - Ziel der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist es, Risiken zu erkennen und Medikationsfehler zu vermeiden. Wie das erfolgreich durchgeführt werden kann, zeigte ein Versuch am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg.

AMTS soll den bestimmungsmäßigen Gebrauch eines Arzneimittels gewährleisten und Patienten vor möglichen unerwünschten Arzneimittelereignissen und Medikationsfehlern schützen. Wichtiges Instrument in der AMTS kann stationär die Closed Loop Medication Administration sein, bei der es gilt, die Fehlerquellen möglichst gering zu halten. Eine elektronische Verordnung wird an den zuständigen Klinikapotheker per Datenübertragung weitergeleitet, dann wird im Unit-Dose-System verblistert und die konfektionierten Medikamente an die Station weitergeleitet. Hier findet anschließend eine elektronische Dokumentation der Applikation statt. Diese Abfolge verfolgt das UKE und wird als „best practice“ der stationären Arzneimittelversorgung bezeichnet.

Getestet wurde dieses System am UKE und mit dem System des Universitätsklinikums in Freiburg verglichen, das lediglich über eine elektronische Verordnung verfügt. In Freiburg – ohne Unit-Dose-System – gab es in 39 Prozent der Fälle Fehler, bei 315 von 720 Medikationen stimmte sogar die Identität des Arzneistoffs nicht. Eine weitere große Fehlerquellen war die Wirkstärke. Am UKE mit elektronischer Verordnung und patientenorientierter Logistik hingegen wurden nur 1,6 Prozent der Blister falsch gestellt, hier entstanden die meisten Fehler bei der Medikamentengabe.

Auch die Unit-Dose-Versorgung könnte die AMTS verbessern. Baehr et al. veröffentlichte 2014 im Fachjournal „Krankenhauspharmazie“ entsprechende Ergebnisse. Die Fehlerquote im manuellen Stellen, in der Bedarfs- und Notfallmedikation lag bei 21,5 Prozent, in der Unit-Dose-Versorgung hingegen bei nur 0,7 Prozent.

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