ADKA: Stationsapotheker unerlässlich

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Berlin - Mit „Pappkameraden“ wurde in der vergangegen Woche in Hannover gegen die verpflichtende Beschäftigung von Stationsapothekern demonstriert. Nun meldet sich die ADKA (Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker) zu Wort und hält im Gegensatz zur niedersächsischen Krankenhausgesellschaft die verpflichtende Einführung des Stationsapothekers zur Verbesserung der Patientensicherheit im Krankenhaus für unerlässlich.

„Das Gewinnstreben der Krankenhäuser darf nicht zu Lasten der Patienten gehen“, so die ADKA. „Das Krankenhaus hat die Pflicht, den Patienten die beste Behandlung und Pflege zukommen zu lassen. Nirgendwo in Europa gibt es so wenig Apotheker in Krankenhäusern wie in Deutschland!“

In Deutschland gibt es etwa 50.000 Apotheker, nur etwa 2000 sind in den Krankenhäusern angestellt. Während in Großbritannien im Durchschnitt 4,4 Apotheker pro 100 Betten im Krankenhaus beschäftigt sind, sind es hierzulande weniger als 0,4. Die verbindliche flächendeckende Einführung von Stationsapothekern sei selbst in der geplanten Übergangszeit objektiv nicht umsetzbar, so Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG). Die ADKA hält dagegen – jährlich schließen 1600 Pharmazeuten das Studium erfolgreich ab, zudem gebe es 50.000 aktive Apotheker. In drei Jahren 180 Apotheker wären nicht einmal 4 Prozent der Studienabgänger, die ein extrem hohes Interesse an klinikscher Pharmazie haben, teilte die ADKA mit.

Nach den Pflegemorden in Delmenhorst ist die Einführung des Stationsapothekers ein längst überfälliger Schritt zum Schutz der Patienten im Krankenhaus – übrigens nicht nur für Niedersachsen.

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