Stationsapotheker: Verband plant Mustervertrag

, Uhr aktualisiert am 24.10.2018 13:51 Uhr

Berlin - Niedersachsens Landtag hat am Mittwoch die verpflichtende Einführung von Stationsapothekern beschlossen. Nach der mutmaßlichen Serie von Patientenmorden durch den Ex-Pfleger Niels H. hatte das Parlament einstimmig eine Novellierung des Krankenhausgesetzes für mehr Patientenschutz verabschiedet. Der Bundesverband der klinik- umd heimversorgenden Apotheker (BVKA) will nun eine Mustervereinbarung erarbeiten.

Aufgabe der Stationsapotheker soll es sein, die Abgabe von Medikamenten zu überwachen und das Personal bei der medikamentösen Therapie zu beraten. So soll ein ungewöhnlich hoher Medikamentenverbrauch schneller auffallen. Im Fall Niels H. kam Kritik auf, dass viele der Morde hätten verhindert werden können, wenn es bessere Kontrollen gegeben hätte. Das Gesetz tritt 2022 in Kraft. Bereits jetzt beschäftigen laut Gesundheitsministerium 17 der 178 Krankenhäuser in Niedersachsen Stationsapotheker.

Außerdem soll laut Gesetz ein anonymes Fehlermeldesystem eingeführt werden. Über dieses können sich Klinikmitarbeiter äußern, wenn sie Hinweise auf fehlerhaftes oder kriminelles Verhalten haben. Während die Krankenhausgesellschaft vor zusätzlichen Kosten vor allem für kleinere Häuser warnt, haben die Apothekerkammer und der BVKA das Gesetz begrüßt

Vor allem der BVKA stellt sich ausdrücklich hinter den Beschluss, fordert aber auch Nachbesserungen. Es handle sich dabei um eine zukunftsweisende Entwicklung, „die zur Verbesserung in der stationären Arzneimittelversorgung beitragen kann“, so der stellvertretende BVKA-Vorsitzende Karl-Heinrich Reimert. „Wir begrüßen die Stärkung der Apotheker in der Versorgung stationärer Patienten und haben die Vorschläge von Anfang an unterstützt.“

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