Klinikskandal

Patientenmörder: Wie schuldfähig ist Högel? dpa, 09.03.2019 09:09 Uhr

Berlin - Professor Dr. Henning Saß erstellt das psychiatrische Gutachten über den Patientenmörder Niels Högel. Der Angeklagte redet nicht mit ihm. Genau wie Beate Zschäpe, die Saß im NSU-Prozess begutachtete. Eine schwierige Suche nach Mosaiksteinen für ein Gesamtbild.

Nur etwa 15 Meter liegen zwischen dem Angeklagten und dem psychiatrischen Gutachter. Beide sehen sich drei, vier Mal im Monat von Angesicht zu Angesicht. Stundenlang. Räumlich näher kommen sie sich nicht in dem Saal in der Oldenburger Weser-Ems-Halle, der zum Gerichtssaal umfunktioniert wurde. Und sprechen will der des 100-fachen Mordes angeklagte Ex-Pfleger Niels Högel auch nicht mit Henning Saß (74). Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie muss sein Gutachten auf Beobachtungen im Prozess, Explorationsgespräche seines Vorgängers mit Högel, viele Akten, Vor-Gutachten und Zeugenbefragungen stützen.

„Es wird nun seine Aufgabe sein, den Angeklagten Högel im Hinblick auf seine Schuldfähigkeit zu begutachten und sachverständig zu prognostizieren, ob der Angeklagte wegen eines Hangs zu erheblichen Straftaten weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich ist, so dass die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung gemäß § 66 StPO in Betracht käme“, hieß in der Mitteilung zum Gutachterwechsel am 21. Januar. Am Donnerstag wurden die letzten Zeugen vernommen. Jetzt schlägt die Stunde der Sachverständigen. Am Freitag informierte Richter Sebastian Bührmann den Psychiater Saß im Rückblick umfassend über Erkenntnisse aus der seit 30. Oktober 2018 laufenden Verhandlung. Saß hatte dazu nur wenige Nachfragen, die Högel erstmals im Prozess direkt beantwortete.

Saß ist Nachfolger des bisherigen Gutachters Konstantin Karyofilis, der aufgrund einer schweren Erkrankung ausfällt. Karyofilis begutachtete Högel bereits für den Prozess im Jahr 2015 und hatte anders als Saß Gelegenheit, viele Stunden mit dem früheren Krankenpfleger zu sprechen. In seinem Gutachten kam Karyofilis damals zum Schluss, dass Högel voll schuldfähig war. Er bezeichnete Högel als zerrissenen Menschen, der sich nach außen als starker Retter darstellte, innerlich aber vereinsamt gewesen sei und unter Depressionen und Ängsten gelitten habe.

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