E-Rezept: Gerda legt los

, Uhr

Berlin - In Baden-Württemberg wurde am Donnerstag der Startschuss für das E-Rezept-Projekt Gerda gegeben. Ärzte der Telemedizin-Plattform Docdirekt können ab sofort elektronische Rezepte ausstellen und an Patienten senden, die wiederum eine Apotheke auswählen, von der sie ihr Arzneimittel erhalten. Zu Beginn ist der neue Service allerdings nur für Patienten in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen verfügbar. Das soll jedoch längst nicht alles sein: „Die Technologie hat das Potenzial, Vorlage für eine bundeseinheitliche Lösung zu sein“, so Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

Anwenderfreundlich, sicher und diskriminierungsfrei: So soll die neue E-Rezept-Technologie sein, versprechen die am Projekt Beteiligten. Patienten können sich vom Tele-Arzt in einer Video-Sprechstunde behandeln lassen. Der stellt dann ein E-Rezept aus und legt es auf dem Gerda-Server ab, sendet aber parallel auch einen gesicherten Schlüssel in der Docdirekt-App an den Patienten. Der kann sich dann mit diesem Schlüssel sein E-Rezept in der App ansehen. In einem Register kann sich der Patient eine am Projekt teilnehmende örtliche Apotheke aussuchen, der er das E-Rezept sendet. Gerda übermittelt dann das verschlüsselte E-Rezept an die ausgewählte Apotheke.

Die Apotheke wiederum weist sich digital am Gerda-Server aus, wozu sie das N-Ident-Verfahren der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) nutzt. N-Ident ist eine Art digitaler Ausweis, der jede teilnehmende Apotheke eindeutig identifiziert. Erst durch diese Identifikation erhält die Apotheke Zugriff auf das E-Rezept, das der Patient der Apotheke zugewiesen hat. Über eine Chatfunktion kann die Apotheke Kontakt zum Patienten aufnehmen und ihm mitteilen, wann seine Arzneimittel verfügbar sind oder wann sie ihm der Botendienst bringen kann.

Auch die Abrechnung über das Rechenzentrum läuft dann digital ab. Die Abrechnung wird verschlüsselt und mit allen nötigen Informationen an das Rechenzentrum gesendet, das sie wiederum wie gewohnt zur Prüfung und Bezahlung an die zuständige Krankenkasse des Versicherten weiterleitet. Für die Apothekerschaft besonders wichtig: Der Patient hat weiterhin die freie Apothekenwahl. „Wie beim Papierrezept entscheidet allein der Patient, was mit seinem E-Rezept passiert“, so Hanke.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

GKV-SpiBu will „Grundfinanzierung“ für Apotheken
GKV: Spahn macht reiche Apotheken reicher und arme ärmer »
Allgemeinverordnung zu Testzentren
Schnelltests: NRW beauftragt Apotheken »
Impf-Fortschritt soll Tests erübrigen
Merkel: Umfassende Teststrategie nur bis Juni nötig »
Weiteres
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Erst ab der 201. Lieferung 20 Cent pro Fahrt
Apomap: Botendienst-Software wird kostenlos»
Minister bei Drogeriekette
Spahn eröffnet dm-Testzentrum»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B