Spahn und ABDA testen E-Rezept in Berlin

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Berlin - Neben dem E-Rezept-Modellprojekt Gerda in Baden-Württemberg geht in Kürze ein weiterer Testlauf der Apotheker in Berlin an den Start: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fördert im Rahmen der Zukunftsregion Digitale Gesundheit (ZDG) ein Pilotprojekt des Berliner Apotheker-Vereins (BAV), das in Kooperation mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) umgesetzt wird. Mit dem Pilotprojekt verfolgen BAV und DAV das Ziel, innerhalb eines eng begrenzten Testszenarios mit einer geringen Anzahl von Patienten, Apotheken und Ärzten die relevanten Faktoren für die Akzeptanz des E-Rezeptes zu evaluieren.

Die Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) hat demnach die Federführung bei der Konzeption und Entwicklung des Rezeptspeichers übernommen. Das Besondere an diesem Modellprojekt ist, dass die WebApp des DAV hier erstmalig zum Einsatz kommen soll, um den Patienten einen einfachen, diskriminierungsfreien, niedrigschwelligen, kostenlosen und werbefreien Zugang zum E-Rezept, zu dessen Verwaltung und Weiterleitung zu ermöglichen. Weitere Informationen zur Umsetzung des Pilotprojekts sollen laut ABDA bis Jahresende bekannt gegeben. Der DAV hatte im Frühjahr auf seinem Wirtschaftsforum in Berlin den Startschuss für die Entwicklung der WebApp gegeben und innerhalb weniger Monate mehr als 11.000 registrierte Apotheken vorzuweisen.

Gleich nach seinem Amtsantritt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Berlin und das Umland zur Modellregion für die Digitalisierung im Gesundheitswesen werden. Ab 2020 sollen hier ausgewählte digitale Anwendungen wie Gesundheits-Apps vor der bundesweiten Einführung erprobt werden, kündigte Spahn im Frühjahr 2018 an: „Deutschland kann Innovationstreiber in digitaler Gesundheit werden. Wir müssen uns nur trauen“, sagt Spahn vor über einem Jahr. Inzwischen hat er per Gesetz die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte verordnet und dazu den Anschluß von Apothekern, Ärzten und Kliniken an die TI der Gematik vorgeschrieben. Die Apotheken müssen bis zum Herbst 2020 dafür mit Konnektoren ausgerüstet sein.

Das Berliner Modellprojekt wird von einer zentralen Koordinierungsstelle im BMG betreut und von einem „Expertenbeirat“ fachlich begleitet. Ärzten werde danach bei der Erprobung digitaler Anwendungen, die zur Versorgung ihrer Patienten dienen, finanziell unter die Arme gegriffen, bevor die Apps und anderer Tests bundesweit eine Zulassung bekommen. 20 Millionen Euro stehen dafür bis Ende 2022 im Haushalt zur Verfügung.

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