Modellvorhaben

Spahn und ABDA testen E-Rezept in Berlin

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Parallel dazu geht am 1. November geht das Gerda-Modellvorhaben von Kammer und Verband in Baden-Württemberg an den Start. Im Rahmen des KV-Telemedizinmodellprojekts „Docdirekt“ können Patienten in der Region Stuttgart und im Kreis Tuttlingen sich ab November E-Rezepte vom Arzt ausstellen lassen. Anschließend können sie sie beispielsweise per App an eine Apotheke ihrer Wahl schicken. Der Ablauf für die Apotheker bleibe im Grunde gleich, aber das Papier falle weg, so Kammerpräsident Günther Hanke. Die Technik dazu liefert die NGDA, Noventi war einer von mehreren technischen Dienstleistern, die im Rahmen eines Auftrags der NGDA technische Komponenten für die Gesamtinfrastruktur entwickelt haben. Angeboten wird das Telemedizinangebot für Kassenpatienten in Baden-Württemberg. Wer bei „Docdirekt“ anruft, landet zunächst bei einem Medizinischen Fachangestellten, der den Fall aufnimmt und ihn in ein Portal stellt. Dort sehen ihn die derzeit rund 40 teilnehmenden Ärzte, und wer als Erster Zeit hat, meldet sich per Telefon oder Videochat bei dem Patienten. Das einzige Manko bisher: Die Ärzte konnten zwar beraten, aber keine Medikamente verordnen. Das ändert sich nun mit dem E-Rezept.

Für den Patienten habe das einige Vorteile, sagte Hanke. „Er kann beispielsweise direkt mit der Apotheke kommunizieren: Habt ihr alles da, wann kann ich die Medikamente abholen? Aber auch: Könnt ihr sie mir vorbeibringen?“ Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung richtet sich „Docdirekt“ an Menschen, die in Baden-Württemberg wohnen oder sich hier aufhalten. Manche Patienten hätten beispielsweise keinen festen Hausarzt oder gerade keine Zeit, lange im Wartezimmer zu sitzen. Andere nutzten „docdirekt“ aber auch aus dem Urlaub, weil sie lieber mit einem Arzt aus Deutschland sprechen wollten.

Bundesweit eingeführt werden soll das E-Rezept 2021. Das DAV drängt die Politik weiterhin, seinem E-Rezept per Gesetz eine Monopolstellung einzuräumen. Verbieten will der DAV über seine Exklusiv-App dann außerdem Rx-Boni und Sonderangebote. „Nach der Vorstellung des DAV ist die Verwaltung des E-Rezepts durch den Patienten ein gesetzlich zu schützendes, individuelles Recht, das nicht, schon gar nicht durch rein monetäre Interessen, beeinflusst oder manipuliert werden darf“, heißt es auf der DAV-Internetseite „dav-app.de“. Die neutrale, wettbewerbs- und diskriminierungsfreie Ausrichtung solle ermöglichen, „dass die offizielle App der deutschen Apothekerschaft zukünftig exklusiv die staatliche Aufgabe übertragen bekommt, für alle Patienten zur Entgegennahme, Ansicht und Übergabe von E-Rezepten zu fungieren“.

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