Digitalisierung

Noventi rechnet erstes E-Rezept ab

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Berlin -

Im Rahmen des E-Rezept-Pilotprojekts Gerda hat Noventi mit der turnusmäßigen Abrechnung von GKV-Rezepten für den November das erste E-Rezept abgerechnet und gemeinsam mit den Papierrezepten an die Apotheken ausbezahlt. Wie Noventi mitteilte, hat ein E-Rezept damit zum ersten Mal in Deutschland den kompletten Prozess von der Einreichung in der Apotheke, über die Verarbeitung in der Warenwirtschaft und Übermittlung an das Abrechnungszentrum bis hin zur Auszahlung an die Apotheke erfolgreich durchlaufen.

Einer der ersten Apotheker, bei denen das E-Rezept abgerechnet und ausbezahlt worden ist, ist Christoph Gulde, Inhaber der Solitude-Apotheke in Stuttgart, und auch eine der teilnehmenden Apotheken am Gerda-Projekt. Gulde ist Vize-Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: „Wir waren neugierig, wo wir das E-Rezept, nachdem es die Apotheke verlassen hatte, in der Abrechnung wiederfinden. In der Praxis war es sehr einfach und beinahe selbsterklärend und richtig gut in die bestehenden Abläufe integriert.“ Gulde sieht das Positive: „Einer der Vorteile beim E-Rezept ist, dass wir keine weitere Arbeit mehr damit haben. Das Verpacken und Versenden wie bei den Papierrezepten entfällt.“ Laut Gulde wurde ein E-Rezept für einen Asthma-Spray bedient.

Auch aus Noventi-Sicht verlief der Abrechnungstest erfolgreich. Dazu sagte Dr. Hermann Sommer, Vorstandsvorsitzender Noventi Health SE: „Wir sind E-Rezept-Ready: Es wird abgerechnet, ausbezahlt und aufgedreht! Wir konnten die ersten E-Rezepte erfolgreich und ohne Probleme abrechnen und ausbezahlen. Das ist für unsere Kunden und uns ein toller Schritt, vor allem, weil wir als Noventi das erste Unternehmen in Deutschland sind, das damit tatsächlich vollständig E-Rezept-Ready ist.“ Die Abrechnung sei zu 100 Prozent in die standardisierten Prozesse bei Noventi integriert. Dies sei ein großer Vorteil für die Apotheken, da die E-Rezepte mit den Papier-Rezepten gemeinsam verarbeitet, abgerechnet und ausbezahlt würden. Die Apotheke erhalte somit eine gemeinsame Abrechnung aller Rezepte und könne diese einfach und schnell nachvollziehen und überprüfen.

„Die ersten Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass unser Konzept der Integration in die normalen, seit Jahren erfolgreich bestehenden Prozesse, aufgeht. Unsere Apotheker-Kunden und wir können dem zukünftigen Anstieg der E-Rezepte somit entspannt entgegensehen. Wir sind bestens vorbereitet, so dass das E-Rezept für die Apotheke vor Ort zum echten Erfolgsrezept wird“, so Herbert Wild, Chief Development Officer bei Noventi.

Anfang Novembr fiel in Baden-Württemberg der Startschuss für das E-Rezept-Projekt Gerda. Ärzte der Telemedizin-Plattform Docdirekt können seitdem elektronische Rezepte ausstellen und an Patienten senden, die wiederum eine Apotheke auswählen, von der sie ihr Arzneimittel erhalten. Zu Beginn ist der neue Service allerdings nur für Patienten in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen verfügbar. Das soll jedoch längst nicht alles sein: „Die Technologie hat das Potenzial, Vorlage für eine bundeseinheitliche Lösung zu sein“, so Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

Anwenderfreundlich, sicher und diskriminierungsfrei: So soll die neue E-Rezept-Technologie sein, versprechen die am Projekt Beteiligten. Patienten können sich vom Tele-Arzt in einer Video-Sprechstunde behandeln lassen. Der stellt dann ein E-Rezept aus und legt es auf dem Gerda-Server ab, sendet aber parallel auch einen gesicherten Schlüssel in der Docdirekt-App an den Patienten. Der kann sich dann mit diesem Schlüssel sein E-Rezept in der App ansehen. In einem Register kann sich der Patient eine am Projekt teilnehmende örtliche Apotheke aussuchen, der er das E-Rezept sendet. Gerda übermittelt dann das verschlüsselte E-Rezept an die ausgewählte Apotheke.

Gerda ist das Kind von Apothekerkammer und -verband, die als Initiatoren des Projekts die Grundidee des Servers konzipiert und das E-Rezept gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung entwickelt haben. Für die technische Umsetzung war die NGDA verantwortlich. Die Anbindung von Docdirekt an den E-Rezept-Dienst über die App hat wiederum Teleclinic realisiert. Als Geldgeber ist dabei das Land Baden-Württemberg aufgetreten. Neben Gerda ist Noventi auch in der Initiative Pro AvO engagiert. Darin zusammengeschlossen sind Gehe, Noventi, Rowa, Sanacorp und der Wort & Bild-Verlag.

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