Gerda: Anderthalb Jahre – 16 E-Rezepte

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Berlin - „Die Technologie hat das Potenzial, Vorlage für eine bundeseinheitliche Lösung zu sein“, erklärte Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, im November 2019 zum Start des „Geschützten E-Rezeptdienst der Apotheken“, besser bekannt als Gerda. Doch offensichtlich kam bei dem E-Rezept-Modellprojekt im Ländle noch weniger rum, als bisher angenommen: Gerade einmal 16 E-Rezepte wurden in anderthalb Jahren ausgestellt, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg nun einräumte. Einen Misserfolg will die KV in dem Projekt dennoch nicht sehen.

Anwenderfreundlich, sicher und diskriminierungsfrei: Gerda sollte eine Blaupause für die bundesweite E-Rezept-Technologie werden. Doch das gemeinsame Projekt ist nie so recht durchgestartet – einerseits war das Feld der möglichen Teilnehmer von Beginn an eng gesteckt, andererseits stürzte der Rauswurf von Teleclinic das Projekt vergangenen Sommer in existenzielle Schwierigkeiten. Wie wenig deshalb wirklich herumkam, erklärte die KV nun gegenüber der Ärztezeitung: „Es gab wenigstens 16 E-Rezepte und bei denen hat alles wunderbar geklappt“.

Der geringe Umfang habe mehrere Gründe, heißt es zur Erklärung: So hätten lediglich 41 Apotheken in den zwei Modellregionen Tuttlingen und Stuttgart teilgenommen – die meisten von ihnen haben demnach während der Projektlaufzeit von November 2019 bis April 2021 keine einzige elektronische Verordnung zu Gesicht bekommen. Außerdem habe die Anbindung an Docdirekt die Zahl der potenziellen Teilnehmer weiter eingeschränkt. Akzeptanzprobleme bei Ärzten und Patienten habe es jedoch „ganz und gar nicht“ gegeben.

Dafür aber die Schwierigkeiten im Frühjahr 2020: Damals trennten sich die Wege von Teleclinic und Gerda. Teleclinic war die Brücke zwischen den Praxissystemen der Ärzte und dem E-Rezept-Server Gerda. Die KV hatte dem Münchner Unternehmen 2018 den Zuschlag für die technische Umsetzung des Telemedizinprojekts Docdirekt erteilt, Teleclinic hat die E-Rezepte von den Plugins der Praxissoftware auf den Gerda-Server transportiert. Doch nach zwei Jahren endete der Vertrag im April 2020 – die KV schrieb das Projekt europaweit neu aus. Teleclinic bewarb sich aber gar nicht mehr für das Projekt – nach Angaben von Geschäftsführerin Katharina Jünger konnte man sich nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft einigen: „Es gab bei Teleclinic und der KV unterschiedliche Vorstellungen über die Weiterentwicklung der Plattform.“ Damit war auch Gerda einen großen Teil des Jahres 2020 auf Hold gesetzt – entsprechend wenig blieb insgesamt vom Pilotprojekt. „Insgesamt lief das nur ein paar Monate“, so die KV.

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