Abrechnung von E-Rezepten

Adas und VDARZ: Warenwirtschaften bis 1. Januar bereit

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Berlin -

Der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (Adas) und der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) versichern, dass die Apothekenwarenwirtschaften bis zur verpflichtenden Einführung des E-Rezepts in der Lage sein werden, elektronische Verordnungen zur Abrechnung zu bringen. Zwar sind noch nicht alle Softwarehäuser bereit, allerdings seien die notwendigen Schnittstellen bereits durch das E-Rezept-Modellprojekt Gerda erprobt worden und stünden zur Verfügung.

Bei der Erprobung in der Fokusregion Berlin-Brandenburg sei die „grundsätzliche Funktionsfähigkeit des E-Rezepts“ bereits unter Beweis gestellt und während dieses Probebetriebs auch umfangreiche Korrekturen und Verbesserungen vorgenommen worden, so Adas und VDARZ. Die „Mehrzahl der Apothekensoftwarehäuser und Rezeptabrechnungszentren“ beteilige sich bereits aktiv und erfolgreich an der E-Rezepterprobung. Dabei würden sich alle Softwarehäuser auf das E-Rezept vorbereiten und sich dazu auch intensiv in Zusammenarbeit mit dem Adas und der Gematik austauschen.

Bei den Konnektathons der Gematik liege der Fokus auf dem Ablauf zwischen Arzt, E-Rezept Fachdienst und App der Gematik sowie der Apotheke. „Die Rezeptabrechnung ist optional dabei, steht hier aber nicht im Vordergrund“, so die beiden Verbände. Tatsächlich findet die Abrechnung nicht mehr über Telematikinfrastruktur (TI) statt und ist deswegen nicht mehr im engeren Aufgabenbereich der Gematik. Der E-Rezept-Fachdienstserver in der TI stellt den Warenwirtschaften lediglich Quittungen aus, auf deren Grundlage sie dann die Abrechnungsdatensätze erstellen.

Hier hatte es laut den Berichten eines Teilnehmers beim letzten Konnektathon Probleme gegeben. Warenwirtschaftssysteme hätten angegeben, noch nicht in der Lage zu sein, diese Datensätze korrekt zu erstellen. Auch bei der erfolgreichen Übermittlung von Datensätzen seien nicht die dafür vorgesehenen Schnittstellen zum Einsatz gekommen.

Adas und VDARZ betonen nun, dass das kein großes Problem sei: Der Teil der E-Rezept-Abrechnung sei nämlich zeitlich bereits deutlich vorher von Adas und VDARZ gemeinsam gestaltet worden. Während des Gerda-Modellprojekts seien dafür die Grundlagen gelegt und von den beteiligten Softwarehäusern und Abrechnungszentren entwickelt und getestet worden – die dafür erforderliche Schnittstelle habe man deshalb für das E-Rezept der Gematik nur aktualisieren müssen. Das sei bereits geschehen und im Markt umgesetzt.

An Gerda hatten in den zwei Modellregionen Tuttlingen und Stuttgart zwischen November 2019 bis April 2021 insgesamt 41 Apotheken teilgenommen, allerding war das Projekt einen Großteil des vergangenen Jahres ausgesetzt, nachdem Teleclinic im April 2020 ausgestiegen war. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg wurden in den anderthalb Jahren Projektlaufzeit insgesamt 16 E-Rezepte ausgestellt.

„Vor und während der Testphase mit der Gematik wurde die bereits E-Rezept-fähige Schnittstelle zwischen Apotheken und Rechenzentren erprobt. Hier konnten wir auf wertvolle Erfahrungen aus der Zusammenarbeit in dem Modellprojekt Gerda zwischen Adas und VDARZ sowie den beteiligten Unternehmen zurückgreifen“, erklärt Gerhard Haas, Vorsitzender des Adas und Gesamtprojektleitung TI bei ADG. „Da die Rezeptabrechnung nicht in der Telematik-Infrastruktur stattfindet, konnte Entwicklung und Test auch ohne Gematik und die Fokusregion Berlin-Brandenburg vorbereitet und getestet werden“, so Werner Dick, der Vorsitzende des VDARZ und Geschäftsführer von AVC Dick.

Adas und VDARZ versichern deshalb, dass die E-Rezept-Abrechnung funktionieren werde. „Das E-Rezept kommt ab dem 1. Januar nächsten Jahres“, meint Lars Polap, Vorstand ADAS und Geschäftsführer von Pharmtechnik. „Da nicht der Apotheker entscheidet, ob und wann ein Patient mit einem E-Rezept in seine Apotheke kommt, sondern Arzt und Patient, ist jede Apotheke gut beraten, sich jetzt auf das E-Rezept vorzubereiten – in aller Ruhe und Sorgfalt.“

VDARZ-Vorstand ARZ-Service-Geschäftsführer Klaus Henkel fordert die Apotheken deshalb zur Ruhe auf: „Lassen Sie sich nicht durch aktuelle Unruhe-stiftende Schlagzeilen verunsichern – Apotheken-Softwarehäuser und Abrechnungszentren als verlässliche Partner der Vor-Ort Apotheken bereiten ihre Kunden sicher und umfassend auf das E-Rezept vor.“

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