E-Rezept-Abrechnung: Gematik will Druck machen

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Berlin -

Bei der Abrechnung des E-Rezepts scheint noch einige Arbeit vor den Softwarehäusern zu liegen. Ein Teilnehmer hatte kürzlich von Problemen bei der Erstellung von Abrechnungsdatensätzen beim 7. Konnektathon geschildert. Der Abrechner Scanacs betont nun, prinzipiell in der Lage zu sein, fordert aber mehr Probeläufe von der Gematik. Die scheint den Bedarf erkannt zu haben und betont, künftig die Abrechnungsseite des E-Rezepts verstärkt testen zu wollen.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur gesetzlich verpflichtenden Einführung des E-Rezepts, dafür aber noch viel Arbeit. Beim jüngsten Konnektathon der Gematik gab es nach Darstellung eines Teilnehmers große Schwierigkeiten, die Abrechnungsdatensätze für die Verordnungen zu erstellen – die Warenwirtschaftssysteme konnten demnach E-Rezepte bedienen und die Quittungen vom Fachserver in der Telematikinfrastruktur (TI) abrufen, aber eine große Zahl von ihnen keine notwendigen Datensätze für die Abrechnungszentren erstellen. Der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (Adas) und der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) versicherten daraufhin, dass es bis Januar funktionieren werde, nannten aber auch keine Zahl, wie viele EDV-Systeme bereits E-Rezepte zur Abrechnung bringen können und wie viele nicht.

Der Dresdner Abrechnungsdienstleister Scanacs, der an jenem Konnektathon teilgenommen hatte, berichtet nun seinerseits, zur Abrechnung in der Lage zu sein und auch fehlerfreie abrechnungsfähige Datensätze erhalten zu haben. Bei den gemeinsamen Tests mit verschiedenen Herstellern von Praxisverwaltungs- und Apothekenwarenwirtschaftssystemen sei die gesamte Strecke vom Arzt über die Apotheke bis zum Erstellen der Abrechnungsdaten überprüft worden. Die Scanacs-Plattform habe anschließend die Informationen an GKV-Datenannahmestellen übertragen. „Scanacs hätte also theoretisch E-Rezepte abrechnen können, wenn es echte Verordnungen gewesen wären“, so Geschäftsführer Frank Böhme.

Positives Feedback habe es dahingehend gegeben, dass die elektronischen Verordnungen sauber durch die Verifikations- und Prüfprozesse transportiert wurden. „Gleichwohl heißt das nicht, dass es überall glattgelaufen ist“, so Böhme. „Für unseren Teil wissen wir jedoch, dass Scanacs aus mehreren Warenwirtschaftssystemen Rezepte annehmen kann. Tests mit weiteren Herstellern folgen in Kürze.“ Allerdings: Die Beteiligung der Softwarehäuser auf Apotheken- und Ärzteseite lasse nach wie vor zu wünschen übrig.

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