Abda feiert VOASG – Michels widerspricht

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Berlin -

„Deutschlands Apotheker begrüßen das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG), das gestern vom Bundestag beschlossen wurde und eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung ermöglichen soll“, schreibt die Abda – aber sind es wirklich alle Apotheker? Zumindest beim Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) klingt das ganz anders: Das VOASG sichere die flächendeckende Arzneimittelversorgung nämlich keineswegs, heißt es da. Vielmehr warnt Verbandschef Dr. Klaus Michels vor den Folgewirkungen des Gesetzes.

Der Bundestag hat am Donnerstag das VOASG verabschiedet – vier Jahre politischer Kampf der Apothekerschaft finden damit einen vorläufigen Abschluss. Ob erfolgreich oder nicht, darüber gehen die Meinungen in der Standespolitik auseinander: Während aus Berlin warme Worte kommen, warnt Münster vor einem regulatorischen Dammbruch.

„Vier Jahre haben wir für dieses Gesetz gekämpft. Endlich ist die Hängepartie beendet“, sagt Abda-Präsident Friedemann Schmidt am Tag nach der Abstimmung. „Mit dem Apothekenstärkungsgesetz bekommen die Apotheken einen klareren ordnungspolitischen Rahmen und können wieder mit mehr Zuversicht nach vorne schauen. Angesichts rückläufiger Apothekenzahlen brauchen gerade junge Apotheker eine Perspektive, wie sie ihre Patienten in zehn oder zwanzig Jahren versorgen können. Dazu trägt das Gesetz bei.“

Ein solcher Beitrag sei die Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen wie der Medikationsanalyse: Damit könnten die Apotheker „Versorgungsdefizite beheben, die Arzneimitteltherapie der Patienten sicherer machen und mit Blick auf vermeidbare Klinikeinweisungen wahrscheinlich sogar Kosten im System einsparen“, lobt Schmidt – auch wenn die Verhandlungen mit den Krankenkassen voraussichtlich schwierig würden. Finanziell schwierig wird es für Apotheken auch mit dem Botendienst-Honorar. Mit 2,50 Euro pro Fahrt bleibe der Botendienst auch in Zukunft wirtschaftlich defizitär, so Schmidt. Trotzdem begrüße er die dauerhafte Bezuschussung „verhalten positiv“: „Es ist gut, dass diese Versorgungsleistung endlich vergütet wird.“

Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass die Preisbindung bei rezeptpflichtigen Medikamenten künftig zwar auch im Versandhandel gilt, jedoch nur für die Gesetzliche Krankenversicherung gilt, nicht jedoch bei Privatpatienten. „Trotzdem hilft sie dabei, eine flächendeckende Arzneimittelversorgung für die Patienten zu sichern“, so Schmidt.

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