Phagro fürchtet EU-Großhändler

, Uhr

Berlin - Der Großhandelsverband Phagro begrüßt, dass die Temperaturvorschriften nun auch auf den Versand von Arzneimitteln aus dem EU-Ausland angewendet werden. Dies wird im Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken (VOASG) klar geregelt, das heute im Gesundheitsausschuss beraten wurde und morgen im Bundestag beschlossen werden soll. Allerdings bleibt das VOASG laut Phagro ohne Lösung für den Erhalt des Gleichpreisigkeitsgebots auf Großhandelsebene.

„Die Corona-Pandemie zeigt uns Tag für Tag, wie wichtig eine sichere, schnelle und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die klare Regelung im VOASG, dass die Temperaturvorschriften für den Transport von Arzneimitteln auch beim Versand aus dem EU-Ausland eingehalten werden müssen. Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt“, sagt der Phagro-Vorsitzende André Blümel.

„Gleichzeitig bedauern wir, dass der Gesetzgeber die Chance verstreichen lässt, mit dem VOASG das Gebot der Gleichpreisigkeit auch auf Großhandelsebene zu erhalten und damit für eine wettbewerbliche Gleichbehandlung in- und ausländischer Großhändler zu sorgen“, so Blümel.

Der Phagro hatte gefordert, dass die Preisregeln auf Großhandelsebene auch dann gelten müssen, wenn Großhändler aus dem EU-Ausland an Apotheken in Deutschland liefern. Diese Verpflichtung ergab sich bisher aus dem Gleichpreisigkeitsgebot im Arzneimittelgesetz (AMG). Die entsprechende Regelung wird durch das VOASG gestrichen. Die Gleichpreisigkeit von Arzneimitteln in Deutschland wird künftig über das Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt und gilt damit nicht mehr für Großhändler aus dem EU-Ausland.

„Auch wenn unsere Forderung durch den Gesetzgeber zunächst nicht berücksichtigt wurde, müssen und werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass pharmazeutische Großhändler in Deutschland unter den gleichen Wettbewerbsbedingungen arbeiten können, wie Großhändler aus dem EU-Ausland“, kündigt Blümel an. Andernfalls drohe eine preisrechtliche Diskriminierung, die die Mischkalkulation und damit das gesamte Geschäftsmodell des vollversorgenden Großhandels in Deutschland aushebeln. Unter diesen Bedingungen kann der Großhandel seinen gesetzlichen Versorgungsauftrag in Zukunft nicht mehr erfüllen.

 

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Großhandel Kippels (CDU) besucht Noweda
Kippels (CDU) besucht Noweda »

Mehr aus Ressort

Analyse: Spahn beim DAT
Kuscheln zum Abschied »
Weiteres
Zwischenblutungen und unregelmäßige Menstruation
Beeinflusst die Covid-Impfung den weiblichen Zyklus?»
Öffnungszeiten und beschäftigte Mitarbeiter
Corona-Tests: Neue Dokumentationspflichten»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»