Versender: Botendienst-Honorar ist Benachteiligung

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Berlin -

Die im EAMSP zusammengeschlossenen EU-Versandapotheken kritisieren das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) als Wettbewerbsbenachteiligung für ihre Branche, die die Arzneimittelausgaben in die Höhe treiben werde. Als EAMSP-Präsident warnt DocMorris-CEO Olaf Heinrich davor, der Botendienst könne zu einer unterregulierten und für die Patienten unsicheren Konkurrenz für den Versandhandel werden. Statt nur den Botendienst zu honorieren, müssten die Versandapotheken deshalb einen Zuschlag zu den Arzneimittellieferkosten erhalten.

Der EAMSP sieht im Botendiensthonorar von 2,50 Euro pro Fahrt eine Benachteiligung der Versandapotheken. Zwar könne es sich beim Botendienst „um eine sinnvolle, lokale Ergänzung handeln“, so der Verband, der im Wesentlichen die Interessen von DocMorris/Zur Rose und Shop-Apotheke vertritt. „Eine Grenze muss aber im Interesse der Arzneimittelsicherheit dort gezogen werden, wo der Botendienst zu einem Versandhandel ohne Erlaubnis würde und somit die strengen Auflagen für den Arzneimittelversand umgangen würden.“

Denn auch der Versandhandel trage insbesondere zu einer besseren Versorgung für ältere Menschen sowie in Regionen mit geringerer Apothekendichte bei. Aus Sicht des Patienten sei es aber nicht nachvollziehbar, warum er für die Zustellung per Botendienst selbst bei kleinen Bestellungen nichts bezahlen muss, für eine Lieferung des Versandhandels hingegen schon. „Der EAMSP setzt sich daher für einen Zuschlag zu den Arzneimittellieferkosten für Versandapotheken ein, der auch die Patienten entlastet.“

Die im Gesetz vorgesehenen Temperaturkontrollen nimmt der Versenderverband hingegen sportlich: Die im am Donnerstag vom Bundestag verabschiedeten Gesetz vorgesehenen Regelungen hinsichtlich der Qualität und der Wirksamkeit bei der Verpackung, dem Transport und der Auslieferung von Arzneimitteln würden bereits heute für deutsche und europäische Versandapotheken gelten. „Die im EAMSP organisierten Versandapotheken haben die dafür notwendigen operativen Maßnahmen bereits seit Jahren umgesetzt und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen.“

Eindeutiger Widerspruch kommt jedoch zum Rx-Boni-Verbot bei gesetzlich Versicherten: „So ist die beschlossene Festschreibung des Bonusverbots im SGB V eindeutig europarechtswidrig und führt zu einer Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland“, so Heinrich. „Das Gesetz treibt die Arzneimittelausgaben der gesetzlich versicherten Patienten direkt in die Höhe.“ Vor allem gehe das Gesetz dabei zulasten der Patienten, da es für sie in Zukunft doppelt teuer werden könne: Denn zum einen „wird ihnen der Bonus auf ihre Rezepte gestrichen“, zum anderen könnten aufgrund des geringeren Wettbewerbs die Preise für apothekenpflichtige Medikamente steigen. Dabei verweist der EAMS auf das Iges-Gutachten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG): Das habe gezeigt, dass dadurch beispielsweise der Preis für Aspirin um bis zu 26 Prozent steigen könne.

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