Hartes Urteil gegen Apothekenräuber

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Berlin - Der Räuber, der Ende 2018 sieben Apotheken in fünf Wochen überfallen hat, muss für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das hat das Berliner Landgericht entschieden. Celio M. war umfassend geständig und zeigte sich vor Gericht reuig, seine Taten erklärte er mit psychischen Problemen. Zur Aufgabe gebracht hatte in letztendlich ein Nachrichtenartikel über seine Taten.

Drei Jahre und fünf Monate Haft ohne Bewährung wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung in sieben Fällen, verkündeten die Richter der 12. Strafkammer. Das erbeutete Geld soll eingezogen werden, insgesamt 4397 Euro. Das könnte schwer werden, denn nach eigenen Angaben hat Celio M. nichts mehr von dem Geld. Die Beute habe er nach den Taten stets verspielt oder für Freizeitaktivitäten ausgegeben, erklärte der 28-Jährige vor Gericht. Zum Prozessauftakt gab er an, arbeitslos zu sein und nicht einmal zu wissen, ob er noch eine Wohnung hat – mit der Miete sei er bereits Monate im Rückstand gewesen, als er verhaftet wurde.

Auf Rechtsmittel wolle er verzichten, kündigte sein Anwalt bei der Urteilsverkündung an. Er hatte auf ein „mildes Urteil“ plädiert, ohne näher auf ein mögliches Strafmaß einzugehen. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte vier Jahre und drei Monate gefordert.

Celio M. war nicht vorbestraft, gewalttätig war er während der Überfalle auch nicht geworden, bedrohte die Apothekenmitarbeiter aber. Zwischen dem 9. Oktober und dem 16. November hat er sieben Apotheken in den Berliner Stadtteilen Weißensee und Hellersdorf stets nach dem gleichen Muster überfallen: In den Abendstunden, kurz vor Ende der Öffnungszeit, kam er in die Offizin und bedrohte die Mitarbeiter mit einem Messer. „Das Zeigen des Messers war eindeutig so zu verstehen, dass er es auch anwenden würde“, heißt es dazu in der Anklageschrift.

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