TK holt Gnekow-Apotheke ins bundesweite E-Rezept

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Berlin - Anfang 2019 startete Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg-Wandsbeck ein kleines Pilotprojekt und machte sich damit im Kassenlager zum Vorreiter des E-Rezeptes. Inzwischen hat die TK immer mehr Krankenkassen, Apotheken, Ärzte- und Apothekensoftwareanbieter um sich versammelt und ist zum bundesweit größten Telemedizinprojekt emporgestiegen. Sogar DocMorris hat dort angedockt. Das Pilotprojekt Hamburg-Wandsbeck hat jetzt seine Schuldigkeit getan und wird in die neue TK-Telemedizinwelt integriert.

In 18 Monaten sollte im Hamburger Stadtteil Wandsbeck gezeigt werden, welche Vorteile die Digitalisierung für Patienten, Ärzte und Apotheker bringt. Inzwischen ist die rasante Entwicklung der Digitalisierung über das kleine Projekt hinweggefegt. Anfangs von der Konkurrenz nicht ernst genommen, wird das Pilotprojekt Hamburg-Wandsbeck in das bundesweite TK-Telemedizinprojekt integriert und wird vielleicht einmal als Keimzelle der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens in die Geschichtsbücher eingehen. Die Firma Lifetime, die für Hamburg-Wandsbeck die E-Rezept-Technik lieferte, hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Die Lifetime E-Rezept-App arbeitet aber bis zur vollständigen Integration in das bundesweite Telemedizinprojekt weiter, versichert die TK.

Neben Lifetime hatte die TK in Hamburg das Rechenzentrum König an Bord geholt. Letzteres gehört Zur Rose und Shop-Apotheke. Außerdem dabei waren die Privilegierte Adler Apotheke in Hamburg-Wandsbek und das Diabetes Zentrum Wandsbek. „Das ist ein großer Schritt nach vorne“, schwärmte Anfang 2019 Holger Gnekow, Inhaber der Privilegierten Adler Apotheke. „Das Projekt wird von Apothekern mitgestaltet und ist nichts was wir aufgedrückt bekommen und stärkt die stationäre Apotheke. Wir müssen zeigen, dass wir vorangehen und innovativ sind. Dabei müssen wir selbst aktiv werden.“

Jetzt ist Gnekow ebenfalls Teil des bundesweit größten Telemedizinprojekts der TK: Durch Kooperationen mit den Softwaredienstleistern medatixx und Medisoftware können bundesweit rund 40.000 niedergelassene Ärzte elektronische Verordnungen für TK-Versicherte ausstellen. Außerdem sind die Ersatzkassen BARMER, DAK-Gesundheit und Hanseatische Krankenkasse (HEK) und die Innungskrankenkasse BIG direkt gesund dem E-Rezept-Projekt der TK beigetreten. Durch den Beitritt der vier Kassen könnten nun insgesamt etwa 26 Millionen Versicherte – das entspricht 35 Prozent aller in Deutschland gesetzlich Versicherten – von den Vorteilen der elektronischen Verordnung profitieren, so die TK.

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