Privatgroßhandel

Ebert+Jacobi: Der Niedergang Patrick Hollstein, 28.11.2016 10:19 Uhr

Berlin - Mit der Übernahme von Ebert+Jacobi durch die Noweda verändert sich die Tektonik im deutschen Pharmagroßhandel. Der Großhandelsverbund Pharma Privat verliert ein Drittel seines Umsatzes und seine Flächendeckung. In Bayern gibt es für die Apotheken keine inhabergeführte Alternative mehr. Die Rabattschlacht und eigene unternehmerische Entscheidungen haben den führenden Privatgroßhändler in die Knie gezwungen. Versuch einer Rekonstruktion.

Für Außenstehende wirkte Ebert+Jacobi bis zuletzt wie ein kerngesundes Unternehmen: In den vergangenen zehn Jahren verdoppelte sich der Umsatz auf mehr als 900 Millionen Euro, das Liefergebiet erstreckte sich von Nordhessen bis zur Schwäbischen Alb und vom Bayerischen Wald bis ins Badische. Mit rund 2000 Kunden war das Würzburger Unternehmen mit seinen Tochterfirmen Spangropharm, Finze und Ebert+Jacobi Holdermann – heute Fiebig Ebert+Jacobi – der größte Anbieter unter den inhabergeführten Pharmagroßhändlern. Firmenchef Ralph-D. Schüller bewegte sich ab 2006 auch als Vize des Großhandelsverbands Phagro mit den Konzernen auf Augenhöhe.

Der Anfang vom Ende kam 2012 – ausgerechnet im erfolgreichsten Geschäftsjahr von Ebert+Jacobi überhaupt. Der Umsatz lag auf Rekordniveau; unter dem Strich stand ein Gewinn von 5 Millionen Euro, ebenfalls soviel wie nie zuvor. Während es beim Privatgroßhändler rund lief, steckte Phoenix in der Krise: Weil der Branchenprimus sein neues Konditionenmodell nicht nur als erster vorgestellt, sondern dann auch rigoros durchgezogen hatte, kehrten ihm viele Apotheker den Rücken. Der Marktanteil sackte zeitweise unter 25 Prozent ab.

Ende Oktober setzte sich die Geschäftsführung in Mannheim zusammen, um neue Ziele auszugeben: Verloren gegangene Marktanteile sollten zurückgeholt werden – koste es, was es wolle. Da insbesondere die Noweda dagegen halten sollte, konnte sich am Ende niemand im Pharmagroßhandel der Entwicklung entziehen.

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