Großhandel

Noweda will keine schlechten Genossen

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Berlin -

Nur aktive Genossen sind gute Genossen. Jedenfalls hatte sich bei Noweda und Sanacorp schon vor Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, dass Mitglieder, die ihre Ware woanders bestellen, nur Gewinn kosten. Entsprechend hatten beide Großhändler ihr Dividendenmodell umgestellt. Noweda-Chef Wilfried Hollmann will auf seiner letzten Generalversammlung reinen Tisch machen: Wer nicht genug bestellt, bekommt eine geringere Ausschüttung. Und wer gar nicht bestellt, fliegt ganz raus.

Seit 2009 gibt es bei der Noweda förderfähige und investierende Mitglieder. Selbstständige Apotheker, die eine Betriebserlaubnis besitzen und damit Kunden sind oder sein könnten, bekommen eine höhere Dividende als Pharmazeuten, die keine Apotheke haben, oder Geschäftsfreunde und Mitarbeiter. Die Logik ist einfach: Wer nichts zur Geschäftsentwicklung beitragen kann, soll auch keinen Anspruch auf Mitsprache oder die volle Ausschüttung haben.

Zum Einkauf bei der Noweda verpflichtet waren die „Förderfähigen“ bislang nicht – anders als bei Sanacorp. Das soll sich jetzt ändern: Bei der Generalversammlung am morgigen Samstag wird über einen Vorschlag des Satzungsausschusses abgestimmt, der einen weit reichenden Eingriff in die Eigentumsrechte zur Folge hätte.

Wer als förderfähiges Mitglied im Geschäftsjahr pro Apotheke Arzneimittel und apothekenübliche Waren zu fakturierten Preisen unterhalb von 360.000 Euro ohne Mehrwertsteuer bezieht, soll dieselbe Dividende wie die investierenden Mitglieder erhalten. Bei Filialverbünden wird der Durchschnittswert ermittelt. Bestellt ein Mitglied über einen Zeitraum von weniger als zwölf Monaten, wird der Betrag hochgerechnet – es sei denn, es zieht seine Umsätze ab, „obwohl es die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Einrichtungen der Genossenschaft erfüllt“.

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