Nahrungsergänzungsmittel

OmniBiotic: Gericht verbietet Stress APOTHEKE ADHOC, 08.10.2019 10:03 Uhr

Berlin - Stress um Stress: Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) geht seit mehr als einem Jahr gegen die aus seiner Sicht irreführende Kennzeichnung und Werbung beim Nahrungsergänzungsmittel OmniBiotic Stress (Institut Allergosan) vor. Im Eilverfahren wurden die Bezeichnung und diverse Aussagen untersagt. Allergosan setzt jetzt auf SR-9 – und auf den Bundesgerichtshof (BGH).

Strittig war neben dem Namen die Angabe auf der Vorderseite der Umverpackung: „OmniBiotic Stress mit hochaktiven Darmsymbionten und ausgewählten Vitaminen […] trägt zur normalen Funktion des Nervensystems, zu normaler psychischer Funktion sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei“, hieß es da. Außerdem wurde behauptet, das Produkt sei wissenschaftlich geprüft.

OmniBiotic Stress enthält neun Bakterienstämme und die Vitamine B2, B6, B12; die Gesundheitsaussage ist allerdings im Sinne der Health-Claims-Verordnung (HCVO) nur für die B-Vitamine zulässig. Im Februar 2018 gab das Landgericht Berlin (LG) dem VSW im Eilverfahren teilweise Recht; in zweiter Instanz setzte der Wettbewerbsverein das Verbot aller strittiger Aussagen durch: Das Kammergericht Berlin (KG) untersagte im Mai 2018 sowohl die Bezeichnung OmniBiotic Stress als auch die gesundheitsbezogenen Aussagen.

Eine gesundheitsbezogene Angabe, mit der „erklärt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht wird, dass ein Zusammenhang zwischen einer Lebensmittelkategorie, einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile einerseits und der Gesundheit andererseits besteht“, ist laut KG nur für die jeweiligen Bestandteile zulässig. Allergosan hatte die Claims aus Sicht der Richter jedoch so verwendet, dass sie nach dem Verständnis des Durchschnittverbrauchers dem gesamten Produkt zugeschrieben werden.

Zugunsten von Allergosan gingen die Richter zwar davon aus, dass die Vitamine in ausreichender Menge enthalten sind. Dennoch hätte der Hersteller klarstellen müssen, für welche konkreten Bestandteile die Aussagen gelten. Ein hochgestellte Ziffer genüge nicht aus – zumal laut KG nirgends eine Auflösung zu finden war. Lediglich in der Zutatenliste seien die Bestandteile dann ebenfalls mit der Ziffer versehen gewesen – allerdings auch hier ohne Erklärung. Eine derartige Gestaltung sei nicht vereinbar mit dem Ziel, ein hohes Verbraucherschutzniveau zu gewährleisten und sicherzustellen, dass gesundheitsbezogene Angaben „wahrheitsgemäß, klar, verlässlich und für den Verbraucher bei der Entscheidung für eine gesunde Ernährungsweise hilfreich sind.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Deutschlandfunk zu Lage der Apotheken

Schmidt: Politik muss sich zu Apotheken bekennen»

Fliegen während der Covid19-Pandemie

Hygieneregeln: App soll kontaktloses Reisen ermöglichen»

Studie zeigt positive Ergebnisse

Interferon beta: Inhalativ gegen Covid-19?»
Markt

Marcol steigt ein

Aponeo-Investor übernimmt Fernarzt.com»

Produzent wird Großhändler

Demecan startet Cannabis-Onlineshop für Apotheken»

Modellprojekt gesucht

Via: Kassen ist Grippeimpfung durch Apotheker zu teuer»
Politik

Lieferengpässe

BfArM-Beirat definiert Wirkstoffliste für EU-Produktion»

Abgeordnetenwatch

Politik-Noten: Eins für Hennrich – Sechs für Merkel»

Modellprojekt

Bayern: Naloxon rettet 70 Drogenabhängige»
Internationales

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»
Pharmazie

Rückruf

Spiriva: Abweichende Gebrauchsinformation»

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Sanofi: Weitere Ermittlungen wegen Dépakine»

AMK-Meldung

Rückrufe bei Hexal und Tilray»
Panorama

Apothekervermittlung aus dem Ausland

„Auf Kante genäht“: Bosnisches Apothekerpaar rettet Filiale»

Brennerei statt Labor

Apotheker entwickelt Gin & Co.»

Überraschungsfunde bei Straßenarbeiten

St.Pölten: Apotheker hat Archäologen vor der Haustür»
Apothekenpraxis

„Meine Mitarbeiterinnen haben teils auch Angst“

Shitstorm wegen Attila Hildmann: Drohungen gegen Apotheke»

Neuer Partner für Pro AvO

Optica liefert eRezept-Technologie für Apora»

Faktencheck in Apothekenmagazin

MyLife räumt mit „Apotheken-Legenden“ auf»
PTA Live

SARS-CoV-2-Pandemie

Wann gilt das Beschäftigungsverbot für Schwangere in Apotheken?»

Cabdo-Botendienst

Geschäftsidee geplatzt: Arzneimittel per Limo-Service»

Gürtelrose-Totimpfstoffs

Weiterhin Lieferengpass bei Shingrix»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»