Pharmazieräte: Apotheken sollten Betriebsärzte bestellen

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Berlin - Alle Apotheken haben ihre Hygienemaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie hochgefahren: Plexiglas-Trennscheiben sieht man fast überall, Desinfektionsmittelspender auch und Mundschutz tragen alle Apothekenmitarbeiter. Die Bundesapothekerkammer hat entsprechende Leitlinien veröffentlicht. Jetzt haben auch die Pharmazieräte noch einen Empfehlungskatalog veröffentlicht. Darin schlagen sie unter anderem vor, Kinderspielecken aufzulösen und weisen darauf hin, dass jede Apotheke einen Betriebsarzt benennen muss.

„Sehr ansteckende Erkrankungen stellen gerade in Apotheken ein hohes Risiko dar – für die Mitarbeiter und auch für die Kunden der Apotheke. Aufgrund des häufigen Kontakts mit erkrankten Personen können auch die Mitarbeiter der Apotheke Überträger sein“, so die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD). Daher seien in den Apotheken entsprechende Schutzmaßnahmen durchzuführen. APD: „Die öffentliche Apotheke ist ein versorgungsrelevanter Betrieb. Eine Schließung gilt es zu vermeiden.“

Die Pharmazieräte empfehlen am Apothekeneingang Schilder aufzustellen mit Warnhinweisen für Abstände und Krankheitssymptomen. Wenn Kunden in der Apotheke seien, sollte die Türen vorübergehend gesperrt werden. Kunden mit Symptomen sollten am Autoschalter oder durch Nachtdienstfenster/Offizinfenster oder vor der Türe bedient werden. Der Abstand von Kunde zu Kunde in der Offizin müsse mindestens 1,5 m betragen.

Mehrmals täglich sollte eine Desinfektion der HV-Tische, Telefone, ec-Geräte, Türklinken, Schaukelpferde für Kinder und Wartegelegenheiten erfolgen. Die Frequenz dazu sei in einem Hygieneplan festzulegen. Häufiges Durchlüften in der Apotheke sei ratsam, um die Tröpfchenzahl und -größe gering zu halten. Bezahlvorgänge in der Apotheke sollten möglichst kontaktlos über ec-Cash-Geräte erfolgen. Tätigkeiten nah am Kunden seien nur in begründeten Einzelfällen durchführen wie beim Anmessen von Kompressionsstrümpfen. Kosmetik-Tester seien aus der Freiwahl zu entfernen. Bilderbücher und Spielsachen sollten aus der Spielecke entfernt werden. Außerdem empfiehlt die APD die Warenannahme nur an den Außentüren vorzunehmen und keine Besuche von Außendienstmitarbeitern zu empfangen.

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