Untreue und Betrug

EU-Versandapotheke: Staatsanwalt ermittelt Alexander Müller, 12.03.2018 15:23 Uhr

Berlin - Die EU-Versandapotheke steht vor dem endgültigen Knock-out. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC hat die zugehörige Beschäftigungsgesellschaft Equa Consulting beim Amtsgericht Cottbus Insolvenz angemeldet. Auch die Apotheke am Telering in Cottbus soll dem Vernehmen nach zum Monatsende schließen.

Inhaberin Dr. Bettina Habicht hatte im Rahmen einer Betriebsversammlung am 28. Februar bereits alle Mitarbeiter beurlaubt, die zu diesem Zeitpunkt im Versandgeschäft tätig waren. Diese etwa 55 Beschäftigten waren bei Equa Consulting angestellt. Habicht ist hier Alleingesellschafterin und zusammen mit ihrem Ehemann Sven Schumacher Geschäftsführerin. Der bestellte Insolvenzverwalter war für Nachfragen bislang nicht zu erreichen.

Möglicherweise wird bereits in diesem frühen Stadium eine potenzielle Insolvenzverschleppung thematisiert. Jedenfalls ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Habicht wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Die Apothekerin war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die EU-Versandapotheke ist bereits seit dem 22. Februar online nicht mehr zu erreichen. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) hatte Habicht die Versanderlaubnis entzogen. Die Aufsichtsbehörde war zuvor über die Missstände in Cottbus informiert worden. Die Kunden mussten teilweise wochenlang auf ihre bestellten – und teilweise bereits bezahlten – Arzneimittel warten.

Nur die Handvoll Angestellten in der Vor-Ort-Apotheke in Cottbus mussten seitdem noch zur Arbeit kommen. Doch nun soll Habicht mitgeteilt haben, dass die öffentliche Apotheke zum Monatsende schließen wird. Im Unternehmen gibt es das Gerücht, dass es auch in diesem Kontext Aktivitäten der Behörde gab. Eine Stellungnahme des LAVG hierzu steht noch aus.

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