EU-Versandapotheke

Kunden-Deal mit Shop-Apotheke Alexander Müller, 04.04.2018 10:40 Uhr

Berlin - Die EU-Versandapotheke ist Geschichte. Doch offenbar hat Inhaberin Dr. Bettina Habicht auf den letzten Metern noch einen Deal eingefädelt. Jedenfalls wird Ex-Kunden in einem Schreiben die Shop-Apotheke als neuer „Gesundheitspartner“ und „kompetente Alternative“ empfohlen – inklusive Extra-Rabatt. Es besteht der Verdacht, dass der börsennotierte Versender aus Venlo für diese freundliche Empfehlung gezahlt hat, belegt ist dies aber nicht.

Die EU-Versandapotheke ist seit dem Abend des 22. Februar online nicht mehr zu erreichen. Eine frühere Domain leitet mittlerweile auf eine Art Hilfe- und Beschwerdeseite für geprellte Kunden weiter, offenbar betrieben von ehemaligen Beschäftigten. Am 23. März wurde dann auch die Apotheke am Telering in Cottbus geschlossen. Mehr als 50 Angestellte haben ihren Job verloren.

Und angeblich haben zuletzt tausende Kunden vergeblich auf ihre Arzneimittel gewartet. Auch bei APOTHEKE ADHOC fragen immer wieder verzweifelte Patienten nach, wie sie an ihre bereits bezahlten Medikamente kommen – oder zumindest an ihr Geld. Für diese „Unannehmlichkeiten“ bei der letzten Bestellung entschuldigt sich Habicht jetzt in einem Kundenbrief. Die Apothekerin bedankt sich für die Treue und möchten den Kunden gleichzeitig „einen neuen Gesundheitspartner“ empfehlen: „Für Ihre zukünftigen Bestellungen von Medikamenten, Gesundheits- und Beauty-Produkten steht Ihnen Shop-Apotheke als kompetente Alternative zur Verfügung“, schreibt Habicht.

Die Apothekerin findet viele warme Worte für den bisherigen Konkurrenten: „Bei der führenden Online-Apotheke Deutschlands profitieren Sie zudem von Extra-Leistungen und Services wie zum Beispiel dem Bonus auf rezeptpflichtige Arzneimittel, einer kompetenten pharmazeutischen Betreuung, kostenlose Wechselwirkungs-Checks oder dem RedPoint-Vorteilsprogramm.“

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