Versandapotheken

Zur Rose füllt die Übernahmekasse

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Berlin -

Zur Rose sammelt noch einmal umgerechnet knapp 25 Millionen Euro für seine Expansionspläne ein. Insgesamt rund 100 Millionen Euro will das Schweizer Unternehmen zusammenbekommen, um weitere Übernahmen zu stemmen.

Am Montag gab Zur Rose bekannt, „aufgrund der regen Nachfrage“ seine Ende Juni lancierte öffentliche Anleihe um 30 auf 115 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen. Die Anleihen sollen eine Laufzeit von fünf Jahren bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent haben und am 19. Juli ausgegeben werden. Am 22. Juni hatte Zur Rose den ersten Stoß seiner öffentlichen Anleihe lanciert: Wandelanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren, die mit 3,5 bis 4,5 Prozent pro Jahr verzinst werden. Die jetzige Erweiterungsoption war zu diesem Zeitpunkt schon vorgesehen.

Das DocMorris-Mutterunternehmen betonte erneut, dass der Nettoerlös der Anleihe zur Finanzierung von Akquisitionen und „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwendet werde. Ob man auf einen weiteren deutschen OTC-Versender ein Auge geworfen hat, ist noch nicht bekannt. Bei den zuletzt üblichen Kaufpreisen müsste es sich um ein Schwergewicht handeln – je nachdem, welcher Anteil für den Zukauf ausgegeben werden soll.

Zuletzt hatte Zur Rose/DocMorris das Versandgeschäft von Apo-Rot mit Sitz in Hamburg übernommen. Davor ging für 18 Millionen Euro die ehemalige Schlecker-Tochter Vitalsana an die Schweizer; bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro im Jahr 2016 ergibt sich damit ein Multiple von 61 Prozent. Für Eurapon zahlt Zur Rose sogar 47 Millionen Euro, das sind fast 90 Prozent des Umsatzes von 52 Millionen Euro im Jahr 2016.

Zur Rose legte im vergangenen Jahr um 6 Prozent zu, selbst wenn man nur den Versandhandel betrachtet, ist das Plus nur einstellig. Nicht umsonst versprach CEO Walter Oberhänsli noch schnell die Übernahme einer kleineren deutschen Versandapotheke mit rund 40 Millionen Euro Umsatz.

Shop-Apotheke dagegen konnte im Vorfeld des Börsengangs ein ungebrochenes Wachstum von zuletzt 48 Prozent vorweisen sowie eine erste zarte Präsenz in Ländern wie Österreich, Belgien und Frankreich. Um die versprochene Internationalisierung zu unterstreichen, wurde kurz vor Börsengang noch der Zukauf der belgischen Versandapotheke Farmaline verkündet. Auch 2018 kann das Unternehmen den Wachstumskurs halten: Der Konzernumsatz verdoppelte sich im ersten Halbjahr auf 257 Millionen Euro. Im Kernmarkt Deutschland beträgt der Zuwachs laut Firmenangaben sogar 120 Prozent, der internationale Umsatz hängt mit 61 Prozent etwas hinterher. Vor allem organisches Wachstum und die Konsolidierung der im vergangenen Jahr übernommenen Europa Apotheek haben zu dem Umsatzsprung im Inland beigetragen.

An der Börse gab es Firmenchef Michael Köhler und sein Team zunächst einen Kursanstieg: Nachdem Gerüchte die Runde machten, Amazon sei an einer Übernahme interessiert, kletterte der Börsenkurs zeitweise auf mehr als 60 Euro. Nachdem das Rx-Versandverbot im Koalitionsvertrag verankert wurde, liegt der Kurs derzeit bei 35 Euro.

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