Zur Rose schluckt Vitalsana

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Berlin -

Zur Rose übernimmt die niederländische Versandapotheke Vitalsana. Wie der DocMorris-Mutterkonzern jetzt bekanntgab, will er im Zuge der Akquisition seine Versandaktivitäten in der Region Aachen/Heerlen bündeln – gerade einmal acht Kilometer liegen zwischen den Zentralen von DocMorris und Vitalsana. Übernommen wird aber auch die Großhandelstochter ApDG mit Sitz in Ulm.

Damit ist Ströers Ausflug in die Versandapothekenbranche nach nur einem Jahr schon vorbei. Im September 2016 hatte der Werbekonzern Vitalsana für 4,5 Millionen Euro gekauft. Wie viel Zur Rose nun zahlt, wurde nicht veröffentlicht, dem Vernehmen nach ist es aber erneut ein einstelliger Millionenbetrag. Laut eigenen Angaben machte Vitalsana hauptsächlich mit OTC-Produkten im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro Umsatz.

Ströer scheint aber nicht ganz mit Vitalsana brechen zu wollen: Im selben Atemzug, mit dem die Übernahme bekanntgegeben wurde, kündigte Zur Rose eine „strategische Partnerschaft“ mit Ströer an. Das Vitalsana-Marketing – mit dem sich Ströer vergangenes Jahr bei vielen Apothekern unbeliebt gemacht hat – bleibt damit in der Hand des Kölner Konzerns. Die Versandapotheke werde „weiterhin auf die reichweitenstarken Medienangebote, Performance-Marketing-Möglichkeiten und datenfokussierten Produkte von Ströer“ setzen.

Vitalsana ist eine Ausgründung der Drogeriekette Schlecker. Der Konzern gründete die Versandapotheke im August 2007, ein halbes Jahr später nahm sie den reguläre Geschäftsbetrieb auf. Zwar kam Vitalsana trotz breiten Marketings nie aus den roten Zahlen raus. Die spektakuläre Schlecker-Pleite überstand das Unternehmen aber trotzdem. Schlecker Controlling-Chef Marcus Breyer übernahm die Führung im September 2012 gemeinsam mit Winfried Filzek. Geschäftsführer und Chefapotheker ist heute Jaques Waterval – der Gründer von DocMorris.

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