DocMorris-Gründer wird Vitalsana-Chef | APOTHEKE ADHOC
Versandapotheken

DocMorris-Gründer wird Vitalsana-Chef

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Berlin -

Bei Vitalsana stehen zwei Jahre nach der Schlecker-Pleite Veränderungen an: Mitte Mai ist ein Umzug der Verwaltung von Ehingen nach Ulm geplant. Außerdem steht ein Relaunch der Internetseite an. Auch der langjährige Geschäftsführer Klaus Hübner hat seinen Posten frei gemacht: Seit April wird die niederländische Versandapotheke von DocMorris-Mitgründer Jacques Waterval geführt.

Waterval steht Vitalsana bereits seit fünf Jahren beratend zur Seite und tritt jetzt offiziell die Nachfolge von Hübner an, der nun seinerseits weiterhin als Berater tätig sein wird. „Wir freuen uns, einen ausgewiesenen Fachmann und Pionier im Apothekenversandhandel für diese Leitungsfunktion gewonnen zu haben“, sagt Winfried Filzek. Der frühere Schlecker-Manager hatte das Geschäft zusammen mit seinem Kollegen Marcus Breyer im Herbst 2012 übernommen.

Waterval hatte DocMorris im Jahr 2000 gemeinsam mit Ralf Däinghaus gegründet. Schon lange vor der Übernahme durch Celesio war der Apotheker ausgestiegen. Danach war er unter anderem als Angestellter bei der Apothekenkette Escura/Benu von Phoenix und als selbstständiger Berater für den Pharmahändler Mediq tätig.

Waterval löst auch die verantwortliche Apothekerin Martina Müller ab, die wie Dr. Peter Mackenstein weiterhin für die Versandapotheke tätig ist. In Heerlen sind rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, davon ist etwa die Hälfte pharmazeutisches Fachpersonal.

Am früheren Schlecker-Sitz in Ehingen sind heute 20 Mitarbeiter unter anderem für die Bereiche Einkauf, Marketing, Buchhaltung, Recht sowie die Betreuung der Internetseite verantwortlich. Für Mitte Mai ist ein Umzug nach Ulm in ein neues Bürogebäude geplant. Der Standort sei für Lieferanten und Mitarbeiter attraktiver, sagt Filzek. „Damit endet das Kapitel Schlecker für uns.

Auch die Internetseite wird renoviert. Bei der Gründung von Vitalsana im Jahr 2007 war auf den Online-Shop von Schlecker aufgebaut worden, der damals schon sieben Jahre alt war. Technisch sei das System „aus dem Mittelalter“, sagt Filzek. In den vergangenen Monaten wurde eine eigene IT-Abteilung mit drei Mitarbeitern aufgebaut. Auch der Bereich E-Commerce wird seit April in Eigenregie geführt. Statt einer externen Agentur kümmert sich jetzt ein Mitarbeiter um das Internetmarketing. Der Bereich werde weiter ausgebaut, so Filzek.

Der neue Internetauftritt soll nach Ostern auch für die Kunden sichtbar sein. Orange werde weiter als Farbe dominieren, so Filzek. Insgesamt soll die Internetseite nach dem Relaunch aufgeräumter und benutzerfreundlicher aussehen. Außerdem sollen die Marken-Shops neu platziert und mehr Videos eingebaut werden.

Nach der Schlecker- Insolvenz hat Vitalsana laut Firmenangaben nur wenige Kunden verloren. Derzeit führt der Versender rund 1,7 Millionen Adressen in der Datenbank. Darunter seien aber auch sogenannte „Smartshopper“, die vor Jahren wegen Schnäppchenangeboten über die Drogeriekette bei Vitalsana gelandet seien, sagt Filzek.

Der Umsatz sei im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Ein Grund sei die Sortimentserweiterung: „Wir haben neue Felder wie Kosmetik, Kindernahrung oder Tees aufgebaut, die vorher von Schlecker bedient wurden.“ Konkrete Zahlen wollte Filzek nicht nennen.

2012 waren die Erlöse wegen der Turbulenzen um den Mutterkonzern um ein Drittel auf 30 Millionen Euro eingebrochen. Der Verlust lag bei 1,2 Millionen Euro. Insgesamt hatte sich seit der Gründung das Minus auf knapp 24 Millionen Euro summiert.

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